NewsPolitikZusatznutzen neuer Reserveantibiotika soll künftig automatisch als belegt gelten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Zusatznutzen neuer Reserveantibiotika soll künftig automatisch als belegt gelten

Freitag, 29. November 2019

Ciprofloxacin-Produktion bei Bayer. /dpa

Berlin – Die Große Koalition will Anreize für die Pharmaindustrie setzen, neue Reserve­antibiotika zu entwickeln. Ein zwischen Union und SPD abgestimmter Änderungsantrag für das Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt, sieht vor, dass der Zusatznutzen von Reserveantibiotika künftig automatisch als belegt gelten soll.

Demnach sollen pharmazeutische Unternehmer beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) auf Antrag einen Sonderstatus erhalten können. Handelt es sich tatsächlich um ein neu­es Reserveantibiotikum, muss keine frühe Nutzenbewer­tung mehr erfolgen. Der Sta­tus kann befristet werden.

Anzeige

Der G-BA muss darüber hinaus die Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwen­dung des jeweiligen Reserveantibiotikums unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Resistenzsituation festlegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Arznei­mittel und Medizinprodukte (BfArM) sollen dazu Stellung nehmen.

Das RKI soll auch im Einvernehmen mit dem BfArM die Kriterien zur Einordnung von Wirk­stoffen als Reserveanti­biotika festlegen. Dabei sei der allgemein anerkannte Stand der medizinischen Erkennt­nisse zu berücksichtigen, heißt es im Änderungsantrag von Union und SPD.

„Aufgrund von Resistenzen gegen vorhandene Antibiotika fehlen vermehrt wirksame Arzneimittel zur Behandlung von Infektionen“, schreiben die Fraktionen von Union und SPD im Bundestag in der Begründung zum Antrag.

Die Resistenzbildung unterscheide das Therapie­gebiet wesentlich von anderen Therapie­gebieten und erfordere einen sachgerechten Einsatz von Antibiotika und die kontinuier­liche Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika. Nur so könne sichergestellt wer­den, dass bakterielle Infektionen langfristig effektiv be­handelbar seien.

„Der Bedarf an Reserveantibiotika, die gegen die von der Welt­gesund­heits­organi­sation auf der globalen Liste der multiresistenten Problemkeime wirken, ist hoch“, heißt es im Antrag. Neue Therapieoptionen seien jedoch selten. © may/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. Dezember 2019
Düsseldorf – Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika soll eine neue Informationskampagne in Nordrhein-Westfalen (NRW) sensibilisieren. „Antibiotika gehören zu den schärfsten Schwertern
Gemeinsame Kampagne gegen Antibiotikaresistenzen in Nordrhein-Westfalen
22. November 2019
Kiel – Der häufige Einsatz von Antibiotika fördert bei Patienten mit Mukoviszidose die Entwicklung von resistenten Bakterien. Bei 2 Patienten, deren Atemwegssekrete im Rahmen einer Studie mehrmals
Mukoviszidose: Antibiotikaresistenzen können sich innerhalb weniger Tage entwickeln
18. November 2019
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Verband der Ersatzkassen (vdek) stellen Ärzten und Patienten anlässlich des Europäischen Antibiotikatages am 18. November
KBV und Ersatzkassen informieren über rationalen Antibiotikaeinsatz
18. November 2019
Stockholm – Im Osten und Süden Europas werden deutlich mehr Antibiotika eingesetzt als in anderen Ländern der Europäischen Union und des europäischen Wirtschaftsraums (EU/EAA). Die Folge ist eine
Antibiotikaresistenzen weit verbreitet, Wissenslücken bei medizinischem Hilfspersonal
15. November 2019
Luxemburg/Brüssel – Die Bekämpfung antibiotikaresistenter Bakterien geht in der Europäischen Union (EU) nur schleppend voran. Das geht aus einem neuen Bericht des Europäischen Rechnungshofs hervor.
Kampf gegen Antibiotikaresistenzen tritt auf der Stelle
14. November 2019
Druid Hills – In den USA sterben jährlich etwa 35.000 Menschen durch antibiotikaresistente Keime. Insgesamt gebe es 2,8 Millionen Infektionen durch Erreger, die selbst mit modernen Antibiotika nicht
US-Behörde: 35.000 Tote pro Jahr durch antibiotikaresistente Keime
6. November 2019
Berlin – Union und SPD wollen das Hygienesonderprogramm, das Krankenhäuser bei der personellen Ausstattung mit Hygienepersonal nach den Vorgaben des Infektionsschutzrechts unterstützen soll,
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER