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Ärzteschaft

KV Nordrhein ruft zum Handeln gegen Arzneimittelengpässe auf

Montag, 2. Dezember 2019

/nik.bernadsky, stockadobecom

Düsseldorf – Das Bundesministerium für Gesundheit soll die rechtlichen Rahmenbedin­gungen schaffen, um Lieferengpässe bei Arzneimitteln bundesweit wie auch regional zu erfassen und unverzüglich Maßnahmen gegen die Engpässe einzuleiten.

Eine entsprechende Resolution des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Nord­rhein (KVNo) hat die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig ver­abschiedet. Sie will damit ein deutliches Zeichen gegen den seit Monaten zunehmenden Mangel an wichtigen Arzneimitteln und Impfstoffen setzen.

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Nach einer Umfrage der KVNo unter ihren Mitgliedern werden insbesondere bei Neuro­leptika und Antidepressiva wie Venlafaxin Lieferengpässe wahrgenommen, aber auch bei häufig eingesetzten Blutdrucksenkern wie etwa den Sartanen.

Darüber hinaus beschäftigt die KVNo derzeit die Umsetzung der Vorgaben des Terminser­vice- und Versorgungsgesetzes (TSVG). „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, be­tonte Frank Bergmann mit Blick auf die Erweiterung der Terminservicestellen (TSS), die ab dem 1. Januar 2020 bundesweit unter der Rufnummer 116117 an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar sein und Termine vermitteln sowie Notfallpatienten telefo­nisch annehmen sollen.

Dadurch entstehen in der Arztrufzentrale in Duisburg, die die KVNo gemeinsam mit der KV Westfalen-Lippe (KVWL) betreibt, 20 neue Vollzeitstellen. „Dafür werden zurzeit etwa 30 neue Mitarbeiter eingestellt“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der KVNo. Die Hälfte der Mitarbeiter sei schon „an Bord“. Ihre Arbeitsverträge seien zunächst auf zwei Jahre befristet, da noch nicht absehbar sei, wie hoch das Anrufaufkommen sein werde.

Bergmann zufolge hat sich die Zahl der Anrufer im Vergleich zum vergangenen Jahr ver­doppelt. 2018 zählte die Arztrufzentrale mehr als 78.500 Anrufe und rund 21.000 ver­mittelte Termine. Als Grund für das Mehraufkommen nannte er die Medienberichter­statt­ung über das TSVG. „Wir rechnen auch noch mal mit einem steigenden Aufkommen, wenn die erweiterten TSS starten und die Medien darüber berichten.“

Der KVNo-Chef geht davon aus, dass sich das Aufkommen im Laufe des Jahres 2020 auf einem „Sockel“ einpendeln wird. Zudem erwarte er eine Entlastung des Personals durch die geplante „116117-App“ und die entsprechende Internet-Seite. Fest stehe hingegen, dass die Kosten steigen werden. „Wir rechnen im kommenden Jahr mit Mehrkosten von 1,5 Millionen Euro“, kündigte Bergmann an.

Außerdem arbeite die KVNo derzeit an einem Online-Formular, mit dem die Vertragsärzte künftig offene Sprechstunden einheitlich an die KVNo melden sollen. Es soll spätestens zum 31. Januar 2020 freigeschaltet sein. Nach dem TVSG müssen die KVen gesetzlich Krankenversicherte künftig einheitlich über das Sprechstundenangebot der Ärzte und Psychotherapeuten informieren. © ts/aerzteblatt.de

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