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Zahl der Schwangerschafts­abbrüche leicht gestiegen

Dienstag, 3. Dezember 2019

/New Africa, stockadobecom

Wiesbaden – Zwischen Juli und September 2019 hat es im Vergleich zum Vorjahres­quar­tal 3,9 Prozent mehr Schwanger­schaftsabbrüche gegeben. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden vorgestern mit. Eine Betrachtung der Destatis-Daten des vergangenen Jahrzehnts zeigt allerdings, dass die bundesweite Zahl der Abbrüche um knapp 25 Pro­zent gesunken ist.

98 Prozent der 25.200 Schwangerschaftsabbrüche im 3. Quartal des Jahres fanden den Statistikern zufolge am­bulant statt. 79 Prozent der Frauen suchten eine gynäkologische Praxis für den Abbruch auf und weitere 19 Prozent der Frauen wurden in einem Kran­kenhaus ambulant versorgt.

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Der überwiegende Anteil der Abbrüche (96 Prozent) wurde nach der Beratungsregelung und somit vor der zwölften Schwangerschaftswoche durchgeführt. Die restlichen vier Prozent hatten eine medizinische Indikation, heißt es von Destatis. Die meistge­nutzte Methode für den Abbruch war mit 58 Prozent die Vakuumaspiration (Ab­saugme­thode), gefolgt von dem medikamentösen Abbruch mittels Mifegyne (25 Prozent).

Knapp 47 Prozent der Frauen waren dabei im Alter zwischen 25 und 34 Jahren. Zweit­größ­te Altersgruppe waren mit 24,1 Prozent die 18- bis 24-Jährigen. 18 Prozent der Frau­en waren zwischen 35 und 39 Jahren alt und 8,2 Prozent älter als 40. Schwangerschafts­abbrüche bei Frauen unter 18 Jahren lagen bei 2,8 Prozent und nahmen im Vergleich der Altersgruppen in den vergangenen zehn Jahren am stärksten ab.

Bei der Verteilung in Deutschland zeigen sich große Unterschiede zwischen den Bundes­ländern. Im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen wurden bei 5.206 Frauen Abtrei­bun­­gen durchgeführt, gefolgt von Bayern mit 3184 Abbrüchen. Am wenigsten Eingriffe gab es im Saarland (406).

Einige Frauen nutzten auch medizinische Einrichtungen jenseits des eigenen Bundes­landes. Am meisten Bewegungen gab es aus Niedersachsen nach Bremen (216 Frauen) und nach Hamburg (72). Auch gingen viele Frauen von Baden-Wüttemberg nach Rhein­land-Pfalz (220). Aus dem Ausland kamen 195 Frauen für einen Schwangerschafts­ab­bruch nach Brandenburg und 51 nach Berlin. © jff/aerzteblatt.de

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