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Medizin

Vitamin-D-Mangel verschlechtert Überleben bei Hodgkin-Lymphom

Montag, 2. Dezember 2019

Maligne B-Zell-Lymphozyten (rasterelektronenmikroskopische Aufnahme, 4.000-fache Vergrößerung) /dpa

Köln – Ein Vitamin-D-Mangel verschlechtert die Prognose von Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom. Das berichten Wissenschaftler um Sven Borchmann von der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln im Journal of Clinical Oncology (2019; doi: 10.1200/JCO.19.00985).

Die Forscher untersuchten im Rahmen der Studie 351 Patienten. Die Analyse erstreckte sich über eine Beobachtungszeit von 13 Jahren.

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Bei 175 Patienten, also der Hälfte der Untersuchten, lag ein Vitamin-D-Mangel vor. Patienten mit Progression oder Rückfall wiesen signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel auf, als Patienten ohne Rückfall (21,4 versus 35,5 nmol/l). Sie hatten zudem häufiger einen Vitamin-D-Mangel (68 versus 41%, P <0.0001). Diesen Effekt beobachteten die Wissenschaftler konstant über alle Krankheitsstadien hinweg.

Nach 10 Jahren überlebten 81,8 % der Patienten ohne Vitamin-D-Mangel progressionsfrei, Patienten mit Vitamin-D-Mangel jedoch nur zu 64,2 %. Hinsichtlich des Gesamtüberlebens lebten nach 10 Jahren noch 87,2 % der Patienten ohne Vitamin-D-Mangel, von den Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel jedoch nur 76,1 %.

Zusammen mit der Arbeitsgruppe von Roland Ullrich, Klinik I für Innere Medizin, untersuchten die Forscher in verschiedenen Modellsystemen im Labor, inwieweit Vitamin-D die Behandlung des Hodgkin Lymphoms mit heutigen Standard-Chemotherapien unterstützen kann. Dabei stellte sich heraus, dass die üblicherweise verabreichten Chemotherapeutika in Kombination mit Vitamin-D besser wirken. Welcher Mechanismus diesem Effekt zugrunde liegt, ist aktuell Gegenstand weiterer Untersuchungen.

„Die Ergebnisse der Studie haben potenziell eine große Relevanz für die Behandlung des Hodgkin Lymphoms weltweit, da mit dem Vitamin-D-Mangel ein Risikofaktor identifiziert worden ist, der theoretisch relativ einfach durch die Einnahme entsprechender Präparate korrigiert werden kann“, sagte Andreas Engert, Leiter der Deutschen Hodgkin Studiengruppe.

Dennoch mahnen die Autoren zur Vorsicht. Aus den Studienergebnissen lasse sich nicht direkt schlussfolgern, dass eine Korrektur des Vitamin-D Mangels auch zu einem besseren Therapieergebnis von Patienten mit Hodgkin Lymphom führe. Dazu bedürfe es weiterer Studien, die genau solch eine Korrektur testeten, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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