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Ärzteschaft

Strukturfonds zur Niederlassungs­förderung in Nordrhein kommt an

Dienstag, 3. Dezember 2019

/PhotographyByMK, stock.adobe.com

Düsseldorf – Der Strukturfonds, den die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) im Oktober des vergangenen Jahres eingerichtet hat, um freie Arztsitze schneller wieder besetzen zu können, kommt gut an.

„Wir haben in verhältnismäßig kurzer Zeit ein erfreu­li­ches und gutes Ergebnis erzielt“, betonte Frank Bergmann in der jüngsten Sitzung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV). Die KV habe mehr Maßnahmen zur Verbesserung der Versor­gung fördern können als erwartet, so der KVNO-Vorstandsvorsitzende.

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Bislang seien 70 Förderanträge mit einem Finanzvolumen von rund 4,3 Millionen Euro bewilligt worden. Davon seien allein 2,7 Millionen Euro als Investitionskostenzuschüsse in die Neuniederlassung und Anstellung von Ärzten sowie in die Neugründung von Pra­xen geflossen.

Mit 1,5 Millionen Euro seien Zuschläge zur Vergütung und zur Ausbildung gefördert wor­den. 65.000 Euro seien in Praxishospitationen und in das Projekt „Landpartie“ geflossen, bei dem die KVNO junge Ärzte und Psychotherapeuten mit niedergelassenen Vertragsärz­ten und -psychotherapeuten im ländlichen Kreis Kleve zusammenbringt, die einen Nach­folger für ihre Praxis suchen.

Insgesamt steht für das laufende Jahr ein Volumen von sechs Millionen Euro zur Verfü­gung, das je zur Hälfte von der KVNO und den Krankenkassen kommt. „Seit dem 1. Okto­ber gibt es ein neues Förderinstrument“, erläuterte Bergmann. Demnach werden Famula­turen in haus- und fachärztlichen Praxen mit 400 Euro pro Monat gefördert.

Die VV verabschiedete einen Antrag des Vorstands, der die Obergrenze für die Mittel des Strukturfonds für das kommende Jahr auf 0,2 Prozent der morbiditätsbedingten Gesamt­ver­gütung (MGV) erhöht. Bislang lag sie zwischen 0,1 und 0,2 Prozent. Grund für die An­hebung ist das Terminservicegesetz (TSVG). Demnach sinkt das MGV durch die Bereini­gung extrabudgetärer TSVG-Leistungen. Würden weiterhin nur 0,1 Prozent der MGV in den Strukturfonds überführt, würde das zur Verfügung stehende Fördervolumen sinken.

Zusätzliches Geld für zusätzliche Ärzte

Kritik äußerte Bergmann an der Umsetzung der neuen Bedarfsplanungsrichtlinie. Dem­nach werden im kommenden Jahr im Rheinland vorbehaltlich der entsprechenden Be­schlüsse des Landesausschusses und der anschließenden Prüfung durch das nordrhein-westfälische Ge­sund­heits­mi­nis­terium 142 zusätzliche Hausarztsitze und rund 211 zusätz­liche Facharztsitze entstehen. „Bei aller Freude über zusätzliche Sitze, für die wir zu­nächst mal Mediziner finden müssen: Zusätzliche Ärzte sind dann schön, wenn sie auch zusätzliches Geld generieren. Zusätzliche Sitze bei gleicher MGV gehen gar nicht“, mo­nierte der KVNo-Chef.

Die Delegierten der VV fassten einstimmig einen Beschluss, in dem sie eine entspre­chen­de Refinanzierung durch die Krankenkassen fordern. Gleiches gilt ihrer Ansicht nach auch für den Aus- und Umbau der Notfallversorgung im ambulanten Bereitschaftsdienst, zum Beispiel durch die Einrichtung von Portalpraxen und die Einführung von Ersteinschätz­ungsverfahren.

Sie verabschiedeten daher einstimmig einen Antrag, mit dem sie die Finanzierung dieser neuen Strukturen außerhalb der MGV fordern. „Die Unterstützung der VV freut uns. Wir haben dieses Ansinnen auch schon in die laufenden Honorarverhandlungen eingebracht“, kommentierte der KVNo-Chef die Beschlüsse. © ts/aerzteblatt.de

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