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Medizin

Depressionen verleiten Ärzte zu Fehlern – und umgekehrt

Dienstag, 3. Dezember 2019

/terovesalainen, stock.adobe.com
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Ann Arbor/Michigan – Ärzte, die unter Depressionen leiden, machen laut den Ergebnis­sen einer Meta-Analyse in JAMA (2019; 2: e1916097) häufiger Behandlungsfehler. Heraus kam aber auch, dass ein schwerwiegender Irrtum einen Arzt so sehr belasten kann, dass er eine Depression entwickelt.

Ärzte leiden häufiger unter Depressionen als andere Berufsgruppen. Gleichzeitig werden seelische Leiden von Medizinern häufig tabuisiert. Die Erkrankung könnte deshalb einen großen Anteil an den Behandlungsfehlern haben, die in den USA auf 89.000 bis 251.000 pro Jahr beziffert werden.

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Karina Pereira-Lima von der University of Michigan Medical School in Ann Arbor hat hier­zu die Ergebnisse aus elf Studien – sieben Längsschnitt- und vier Querschnittstudien – ausgewertet, an denen 21.517 Ärzte teilnahmen.

Die Ergebnisse bestätigen die Vermutung, dass eine Depression die Professionalität des Arztes gefährdet. Pereira-Lima ermittelte ein relatives Risiko von 1,95, das mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,63 bis 2,33 signifikant war. Ärzte mit Depressionen ma­chen demnach doppelt so häufig Behandlungsfehler wie psychisch gesunde Ärzte.

Diese Zahl ist allerdings nur eine erste grobe Annäherung, da die Heterogenität der Stu­dien relativ hoch ist. Die relativen Risiken in den einzelnen Studien reichen von 1,25 bis 2,85. Bis auf eine Studie waren die Ergebnisse jedoch immer signifikant.

Zu berücksichtigen ist auch, dass die Teilnehmer für den ärztlichen Berufsstand nicht repräsentativ waren. 8 Studien umfassten nur Ärzte in der Ausbildung. Der Rest bestand aus Ärzten aller Karrierestufen. In den chirurgischen Fachbereichen scheint es durch Depressionen des Arztes häufiger zu Behandlungsfehlern zu kommen (relatives Risiko 2,59; 2,10 bis 3,16) als in nicht-chirurgischen Fachbereichen (relatives Risiko 1,79; 1,46 bis 3,16).

Hinzu kommt, dass 9 Studien in den USA durchgeführt wurden, die beiden anderen sind aus Japan und Südkorea. Inwiefern die Ergebnisse auf Europa und speziell auf Deutsch­land übertragbar sind, muss deshalb offen bleiben.

In 4 der Längsschnittstudien wurde auch untersucht, ob schwere Behandlungsfehler eine Depression auslösen können. Pereira-Lima ermittelt ein relatives Risiko von 1,67 (1,48 bis 1,87). Die 4 Studien kamen dabei zu nahezu identischen Ergebnissen, was die Aussage­kraft erhöht. Es belegt zudem, dass Ärzte ihre Fehler nicht auf die leichte Schulter nehmen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #70385
Salzer
am Dienstag, 3. Dezember 2019, 18:32

Suizidrate

FALLS die Suizidrate ein Depressionsmarker ist, wäre interessant, welche Fachrichtung die höchste Suizidrate hat, um Iatrogenes von Genuinem abzugrenzen. Sonst landet man schnell beim Mainstreamdeutsch des ARD: https://www.mdr.de/sachsen/depressives-sachsen-100.html
LNS

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