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Medizin

Nephrolithiasis: Injektion von Blutdrucksenker und Glaukom-Medikament relaxiert Ureter

Dienstag, 3. Dezember 2019

Wenn Nierensteine in die Harnleiter wandern, spricht man von Harnleitersteinen. /Axel Kock, stock.adobe.com
Wenn Nierensteine in die Harnleiter wandern, spricht man von Harnleitersteinen. /Axel Kock, stock.adobe.com

Cambridge/Massachusetts – Die Injektion des Kalziumantagonisten Nifedipin und einem Rho-Kinase-Inhibitor in den Ureter könnte künftig die schmerzhaften Koliken verkürzen, zu denen es bei der Passage von Harnsteinen durch den Ureter kommt. US-Ingenieure stellen die neue Methode in Nature Biomedical Engineering (2019; doi: 10.1038/s41551-019-0482-4) vor.

Harnsteine sind eine häufige Zivilisationserkrankung. In Deutschland erleidet fast jeder 20. Bundesbürger einmal oder mehrfach im Leben eine Nierenkolik. Pro Jahr sind es etwa 1,2 Millionen Behandlungsfälle, Tendenz steigend.

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Die meisten Patienten erhalten heute neben Schmerzmitteln Medikamente, die den Abgang des Konkrements durch den Ureter erleichtern sollen. Zu den empfohlenen Mitteln gehören neben verschiedenen Alpha-Blockern auch der Kalzium-Antagonist Nifedipin. Die Wirksamkeit ist begrenzt und bei vielen Patienten finden die Steine erst nach mehreren Tagen ihren Weg nach außen.

Ein Team um Michael Cima vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge schlägt als Alternative eine Katheterbehandlung vor, bei der die Medikamente direkt in die Wand des Ureters injiziert werden. Die Forscher haben zunächst im Labor 18 verschiedene Wirkstoffe auf ihre Eignung hin untersucht, Muskelzellen aus dem Ureter des Menschen zu relaxieren.

Die beste Wirkung erzielte der Kalzium-Antagonist Nifedipin und ein Rho-Kinase-Inhibitor. Beide Mittel hemmen die Kontraktion glatter Muskelzellen. Nifedipin ist ein starker Blutdrucksenker, Rho-Kinase-Inhibitoren werden derzeit zur Behandlung des Glaukoms entwickelt. Der erste Vertreter dieser Wirkstoffgruppe, Netarsudil, steht vor der Einführung.

Die Kombination der beiden Wirkstoffe erzielte an isolierten Ureteren und später in sedierten Schweinen eine relaxende Wirkung. Die Kontraktionsstärke des Ureters wurde bei den Schweinen um 90 % und die Frequenz der Kontrakturen um 50 % gesenkt. Der Effekt war stärker als nach einer oralen Gabe, die die Kontraktionsstärke in den Ureteren der Schweine nur um 50 % senkte und die Frequenz der Kontrakturen kaum beeinflusste.

Bei den lebenden Schweinen wurden die beiden Wirkstoffe mit einem Zystoskop direkt in die Wand des Ureters injiziert. Die Behandlung erwies sich als sicher. Keiner der beiden Wirkstoffe war danach im Blut der Schweine in höheren Konzentrationen nachweisbar. Damit dürfte das Risiko potenzieller Nebenwirkungen gering sein. Die Forscher haben bereits eine Startup-Firma, Fluidity Medicine, gegründet, die den klinischen Nutzen der Behandlung untersuchen soll. Da die Wirkstoffe für andere Indikationen zugelassen sind, dürfte baldigen klinischen Studien nichts im Wege stehen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Dienstag, 3. Dezember 2019, 18:44

Harnsteine sind eine häufige Zivilisationserkrankung.

Laut http://members.chello.at/meinewebseite/Stockwell.htm#_Toc322261583 beruht diese Zivilisationserkrankung Kalziummangel.
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