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Medizin

„Liquid Health Check“: Proteom-Analyse soll Erkrankungsrisiken erkennen

Dienstag, 3. Dezember 2019

/Anna Kowaltschuk, stock.adobe.com

Boulder – Die Analyse des Proteoms, der Gesamtheit aller Proteine im Blut, könnte Hinweise auf bevorstehende Erkrankungen liefern. Die Studie in Nature Medicine (2019; doi: 10.1038/s41591-019-0665-2) hat den potenziellen Gesundheitscheck an 11 häufigen Gesundheitsstörungen untersucht.

Während die Gene die Veranlagung zu bestimmten Erkrankungen festschreiben, zeigt die Proteinexpression an, ob tatsächlich eine Erkrankung bevorsteht. Davon sind Forscher der Firma SomaLogic aus Boulder in Colorado überzeugt, die in den USA bereits 7 Tests kommerziell anbieten. Die Tests bestimmen mittels Aptameren eine Anzahl bestimmter Proteine im Blut. Das Ergebnis liefert dann ein Krankheitsrisiko, in etwa vergleichbar mit dem Framingham-Score für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Andere Tests sollen vorhersagen, ob die Leber zu viel Fett enthält oder der aktuelle Alkoholkonsum bedenklich ist.

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Grundlage für diese Annahmen sind Studienergebnisse, die die Firma zusammen mit Forschern der Cambridge Universität in England durchgeführt hat. In der Proof-of-Concept-Studie wurden Blutproben von fast 17.000 Teilnehmern analysiert. In jeder Probe wurde die Konzentration von 5.000 Proteinen bestimmt, was insgesamt 85 Millionen Daten ergab.

Diese Daten wurden mittels künstlicher Intelligenz (maschinelles Lernen) mit dem Gesundheitszustand der Probanden in 11 Bereichen in Beziehung gesetzt. Dies waren Leberfett, Filtrationsleistung der Nieren, prozentualer Körperfettanteil, viszerale Fettmasse, fettfreie Körpermasse, kardiopulmonale Fitness, körperliche Aktivität, Alkoholkonsum, Zigarettenrauchen, Diabetesrisiko und primäres kardiovaskuläres Ereignisrisiko.

Nach den von Stephen Williams von SomaLogic vorgestellten Ergebnissen konnte die Proteom-Analyse einige Risikofaktoren, etwa den Anteil des Körperfetts, relativ gut erkennen. Bei anderen, etwa dem kardiovaskulären Risiko, war die Vorhersage nach Einschätzung der Forscher noch nicht überzeugend.

Häufig scheint die Aussagekraft des „Liquid Health Checks“ auf wenigen Parametern zu basieren. So erwies sich die Konzentration des Hormons Leptin, das den Appetit und den Stoffwechsel reguliert, als hilfreich zur Abschätzung der prozentualen Anteile von Körper­fett, viszeralem Fett, körperlicher Aktivität und körperlicher Fitness. Diese Informationen lassen sich natürlich auch auf andere Weise beschaffen. Eine Proteom-Analyse hätte jedoch, wenn sie sich denn als nützlich erweisen sollte, den Vorteil, dass eine Blutprobe ausreichen würde, um sich einen Überblick über die Risikokonstellation des Patienten zu verschaffen. © rme/aerzteblatt.de

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