NewsVermischtesViele Fehlstunden durch Krankheit von Lehrern in Brandenburg
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Viele Fehlstunden durch Krankheit von Lehrern in Brandenburg

Dienstag, 3. Dezember 2019

/contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Potsdam – An Brandenburgs Schulen haben die Fehlstunden, die durch Krankschreibun­gen von Lehrern verursacht wurden, im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht. Das geht aus einer Statistik hervor, die das Bildungsministerium in Pots­dam auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion veröffentlichte.

Danach betrugen die Fehl­stunden, die bis auf einen kleinen Teil nach Angaben des Bil­dungsministeriums durch andere Pädagogen oder Seiteneinsteiger ausgeglichen wurden, im Schuljahr 2018/2019 im Schnitt sieben Prozent des gesamten Stundensolls, rund 1,5 Prozentpunkte mehr als vor zehn Jahren.

Anzeige

In dieser Zahl sind die Ausfälle, die nicht durch Krankheit verursacht wurden, noch nicht enthalten. Einschließlich der Ausfälle durch Mutterschutz oder individuelle Beschäfti­gungsverbote liegt die Zahl nach Informationen von Lehrerverbänden bei mehr als acht Pro­zent.

Wesentliche Ursachen des hohen Krankenstands sieht der Brandenburgische Pädagogen-Verband (BPV) in der Überalterung der Lehrerschaft sowie ihrer Überforderung. Zwar hat die Landesregierung nach eigener Darstellung in den vergangenen Jahren einiges auf den Weg gebracht, um die Lehrer zu entlasten.

Wie es in der Antwort des Ministeriums heißt, gehören dazu die Einstellung von Pädago­gen als Beamte, eine höhere Besoldung, die Verringerung der wöchentlichen Pflichtstun­den um eine Stunde und eine bessere arbeitsmedi­zinische Betreuung. Dennoch haben die durch Krankheit verursachten Fehlstunden zuge­nommen.

Die Lehrergewerkschaften fordern wirksamere Schritte, um die Belastung der Pädagogen zu verringern. Der BPV hat bereits im Mai 2018 ein Konzept mit dem Titel „Bildungsqua­lität durch Fachkräfte stärken“ vorgelegt, um die Lehrer zu entlasten. „Getan hat sich seit­her nicht viel“, sagte BPV-Präsident Hartmut Stäker. Gern verweist er auf andere Bundes­länder, wo die Zahl der Pflichtstunden bereits für Lehrer ab 55 Jahren verringert wird – in Brandenburg erst mit 60.

In Niedersachsen gebe es an jeder Schule einen Lehrerassistenten, der den Pädagogen bei der Vorbereitung und Organisation des Unterrichts entlastend zur Seite stehe, meinte Stäker. Verwaltungsassistenten und Schulsekretärinnen könnten den Schulleitungen den Rücken von nichtpädagogischen Arbeiten frei halten.

Sozialarbeiter müsste es an jeder Schule geben, ebenso IT-Administratoren. Auch müsse die schulpsychologische Betreuung ver­bessert und in die Schulen verlegt werden. Bisher sind die Beratungsstellen bei den vier staatlichen Schulämtern angesiedelt. „Auch mehr nichtpädagogische Arbeitnehmer an den Schulen könnten den Lehrern vieles leichter machen.“ © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Dezember 2019
Berlin – Der Anstieg der Arbeitsunfähigkeits(AU)-Tage aufgrund psychischer Störungen hält bei BKK-versicherten Arbeitnehmern unverändert an: sie haben sich seit 2008 mit 129 % mehr als verdoppelt.
BKKen fordern mehr Aktivitäten von Unternehmen zum Erhalt der psychischen Gesundheit der Mitarbeiter
28. November 2019
Berlin – Derzeit gibt es keine psychischen Erkrankungen, die als Berufskrankheit anerkannt sind. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag
Psychische Erkrankungen fehlen in der Liste der Berufserkrankungen
27. November 2019
Osnabrück – Nach den Schwächeanfällen zweier Bundestagsabgeordneter sollen die Nachtsitzungen im Parlament offenbar abgeschafft werden. „Wir haben uns im Kreis der parlamentarischen Geschäftsführer
Nachtsitzungen im Bundestag sollen abgeschafft werden
26. November 2019
Mainz – Rund 30 Pflegekräfte der Mainzer Universitätsklinik haben Staatssekretär Alexander Wilhelm (SPD) im Gesundheitsausschuss des Landtags Rheinland-Pfalz ihre Forderungen und eine Fotopetition
Pflegekräfte protestieren im Gesundheitsausschuss des Landtags Rheinland-Pfalz
25. November 2019
Dortmund – Jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland hat mindestens einmal im Monat weniger als elf Stunden Ruhezeit zwischen Arbeitsende und dem nächsten Arbeitsbeginn. Zu diesem Ergebnis
Mehr Gesundheitsprobleme durch verkürzte Ruhezeiten
20. November 2019
Wiesbaden – Die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus können junge Ärzte und Pflegende krank machen. Das berichten Wissenschaftler um Matthias Raspe, Albert Nienhaus und andere in einer Studie der
Assistenzärzte am Limit
13. November 2019
Berlin – Frauen, die Angehörige pflegen, sind am Arbeitsmarkt langfristig benachteiligt. Darauf hat das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) hingewiesen. Demnach zeige eine aktuelle Studie auf
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER