NewsVermischtesKrankenhäuser und Pflegeheime hinken bei Gesund­heits­förder­ung der Mitarbeiter hinterher
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Krankenhäuser und Pflegeheime hinken bei Gesund­heits­förder­ung der Mitarbeiter hinterher

Dienstag, 3. Dezember 2019

/Kzenon, stock.adobe.com
/Kzenon, stock.adobe.com

Saarbrücken – Betriebliche Gesund­heits­förder­ung gelingt in Krankenhäusern und in Pfle­geeinrichtungen häufig nur schleppend. Das geht aus einer von der Hans-Böckler-Stif­tung geförderten Studie des Saarbrücker Instituts für Sozialforschung und Sozialwirt­schaft (iso) hervor.

Die Wissenschaftler führten im Rahmen der Untersuchung 72 Inter­views mit Experten, Fach- und Führungskräften und befragten 744 Beschäftigte aus Kliniken und Pflegeein­richtungen schriftlich.

Anzeige

„Die Anforderung, im Alltagsgeschäft einen funktionierenden Betrieb zu organisieren, ist für die Leitungskräfte so dominant, dass für die Entwicklung nachhaltiger betrieblicher Strategien meist nur wenig Raum bleibt“, lautet das Fazit der Wissenschaftler.

Die Mitarbeiter der Einrichtungen und die Führungskräfte sind sich dessen laut Studie durchaus bewusst. „Bei den befragten Führungskräften konnte eine hohe Sensibilität festgestellt werden, dass hinsichtlich der Förderung der Mitarbeitergesundheit Hand­lungsbedarf besteht“, berichten die Autoren.

Sie bemühten sich zum Beispiel, Belastungen für die Beschäftigten zu begrenzen oder Kompensationen für Sonderbelastungen zu organisieren, zum Beispiel für das in der Pflege verbreitete Einspringen aus dem sogenannten Dienstfrei.

Fachkräftemangel hinderlich für Gesund­heits­förder­ung

Hauptgrund für die oft fehlende betriebliche Gesund­heits­förder­ung ist den Autoren zufol­ge der Fachkräftemangel. „Die Personalengpässe unterlaufen häufig die Bemühungen, innerhalb des Betriebs die Belastungen des Personals auszugleichen und betriebliche Gesund­heits­förder­ung erfolgreich umzusetzen“, schreiben die iso-Forscher.

Zwar versuchten einige Institutionen, sich in der Konkurrenz um Fachkräfte als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Häufig aber stünden entsprechende Gesundheitsangebote allein, ohne in systematische Strategien oder betriebliche Prozesse eingebunden zu sein.

Die Resonanzen seitens der Beschäftigten werden den Studienergebnissen zu Folge über­wiegend als „ernüchternd“ beschrieben. „Angebote zur Gesund­heits­förder­ung, wie etwa Fitness oder Entspannung, leiden unter einem Glaubwürdigkeitsproblem, solange es nicht gelingt, die Arbeitsbelastungen wirksam zu reduzieren“, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. Oktober 2020
München – Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg und der Ludwigs-Maximilians-Universität München haben ein neues Score-System vorgestellt. Es soll dabei helfen, das individuelle Risiko
Primärprävention: Score-System zur COVID-19-Risiko-Einschätzung
20. Oktober 2020
Jena – Die geplante Kapazitätserweiterung bei Medizinstudienplätzen an der Universität Jena stellt deren medizinische Fakultät vor Herausforderungen. Er halte den Zeitplan mit Beginn im Wintersemester
Mehr Medizinstudienplätze eine Herausforderung für Fakultät in Jena
19. Oktober 2020
Mainz – In Rheinland-Pfalz sind einer Untersuchung zufolge im vergangenen Jahr im deutschlandweiten Vergleich überdurchschnittlich viele Stellen für Hausärzte unbesetzt geblieben. Nach Einschätzung
Schon jetzt zu wenig Hausärzte in Rheinland-Pfalz
16. Oktober 2020
Berlin – Ein neues App-Angebot für Medizinstudierende sowie junge Ärzte hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in Zusammenarbeit mit den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen)
Serious Game „Praxisraum“: Niederlassung virtuell trainieren
16. Oktober 2020
Köln – Mit dem Fachheft „Expertise zur Suchtprävention 2020“ hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine wissenschaftlich basierte Handreichung vorgelegt. Ziel ist es, damit
BZgA bringt suchtpräventive Forschung und Praxis zusammen
14. Oktober 2020
Nürnberg – Rund 100 angehende Landärzte beginnen in Bayern mit dem Medizinstudium. Vor allem Pflegekräfte und Notfallsanitäter sind nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums darunter vertreten. Dank
Erster Jahrgang: Medizinstudium dank Landarztquote
13. Oktober 2020
Brüssel – Die Europäische Union (EU) will Arbeitnehmer besser vor arbeitsbedingten Muskel- und Skeletterkrankungen schützen. Eine entsprechende Aufklärungskampagne startete die EU-Agentur für
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER