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Medizin

Androgene in der Schwangerschaft erhöhen PCOS-Risiko über mehrere Generationen

Mittwoch, 4. Dezember 2019

/nerthuz, stock.adobe.com

Stockholm – Die Töchter von Frauen mit polyzystischem Ovar-Syndrom (PCOS) haben im Erwachsenenalter ein fünffach erhöhtes Risiko, ebenfalls ein PCOS zu entwickeln, was sich laut tierexperimentellen Befunden in Nature Medicine (2019; doi: 10.1038/s41591-019-0666-1) auf eine intrauterine Exposition mit Androgenen zurück­führen lässt.

Bis zu 17 % aller Frauen entwickeln im gebärfähigen Alter ein PCOS. Die Störung ist ge­kennzeichnet durch eine gesteigerte Androgen-Produktion im Ovar und in den Neben­nie­ren, die vermutlich für die Ovulationsstörungen und das erhöhte Risiko auf eine Adiposi­tas und einen Typ-2-Diabetes verantwortlich ist.

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Die erhöhte Androgen-Produktion kann sich während einer Schwangerschaft auf die Ent­wicklung des Feten auswirken, vor allem wenn dieser weiblich ist. Zu den Folgen gehört eine vergrößerte anogenitale Distanz bei der Geburt und später eine vermehrte Talgpro­duk­tion.

Ein Team um Qiaolin Deng vom Karolinska Institut in Stockholm kann jetzt in einer Ana­lyse von schwedischen Krankheitsregistern und in einer Fall-Kontroll-Studie aus Chile zeigen, dass die Töchter von Frauen mit PCOS ein fünffach erhöhtes Risiko haben, im Er­wachsenen­alter selbst ein PCOS zu entwickeln.

Wie ihre Mütter haben sie eine gesteigerte Androgen-Produktion, unregelmäßige Mens­trua­tionszyklen, eine abdominale Adipositas sowie einen erhöhten BMI und häufig auch einen erhöhten Blutdruck.

Die gleiche Entwicklung durchliefen Mäuse, deren Muttertiere während der Schwanger­schaft mit einer adipogenen Diät gemästet wurden und denen die Forscher regelmäßig Testosteron injiziert hatten. Die Tiere entwickelten im Erwachsenenalter auch dann eine PCOS, wenn sie normal ernährt wurden. Die Störung wurde bei den Tieren bis in die dritte Generation weitergegeben.

Die Forscher führen dies auf die Androgen-Exposition in der Schwangerschaft zurück, die sich auch auf die Keimzellen auswirkt. Da die Reifeteilung der Eizelle bereits vor der Geburt beginnt, wäre ein nachteiliger Einfluss auf die Entwicklung biologisch plausibel.

Bei der Untersuchung der Eizellen der folgenden Generationen entdeckten die Forscher eine veränderte Expression von Genen, die an der zellulären Stressantwort, einem Typ-2-Diabetes und der DNA-Stabilität beteiligt sind. © rme/aerzteblatt.de

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