NewsMedizinBericht stellt Erfolg der Genmanipulation bei Nana und Lulu infrage
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Bericht stellt Erfolg der Genmanipulation bei Nana und Lulu infrage

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Der chinesische Forscher He Jiankui /picture alliance / AP Photo

Washington – Mehr als ein Jahr nach der Geburt der mutmaßlich ersten genetisch ver­änderten Babys der Welt sind in einem Medienbericht die Ergebnisse des umstrittenen Experiments des chinesischen Forschers He Jiankui infrage gestellt worden.

Im Erbgut der zwei Mädchen gebe es vermutlich unter anderem unvorhergesehene Mu­tationen infolge der Genmanipulation, berichtete das Fachblatt MIT Technology Review unter Berufung auf Hes Forschungsbericht, der dem Magazin vorlag. Die Zeitschrift hatte mehrere Wissenschaftler dazu befragt.

Anzeige

Die im November 2018 geborenen Designerbabys mit den Pseudonymen „Lulu“ und „Na­na“ waren laut He durch künstliche Befruchtung gezeugt worden, wobei das Crispr/Cas9-Gentechnikverfahren zur Erbgutveränderung zum Einsatz kam. He erklärte damals, er habe die DNA des Zwillingspaares so verändert, dass die beiden Mädchen vor einer HIV-Infektion geschützt seien.

Der Bericht in der MIT Technology Review entkräftet das von He als „medizinischen Durchbruch“ gefeierte Experiment. Die Analyse des Forschungsmanuskripts, in dem der chinesische Forscher seine Methode und Ergebnisse beschrieb, habe bestätigt, was viele Experten zuvor bereits vermutet hätten.

Sein Forschungsbericht beweist nach Ansicht mehrerer internationaler Forscher nicht den Erfolg seiner Genmanipulation. Vielmehr gehe daraus hervor, dass die Genmutation jener „ähnele“, die immun gegen HIV mache, mit dieser aber nicht identisch sei.

Darüber hinaus zeigten laut MIT Technology Review im Anhang des Forschungsberichts enthaltene Daten, dass an anderen Stellen des Erbguts der Zwillingsmädchen Manipula­tio­nen vorgenommen wurden, deren Folgen bislang unabsehbar seien.

Das umstrittene Experiment des chinesischen Forschers hatte international scharfe Kritik ausgelöst und wurde von Wissenschaftlern als ethisch unvertretbar verurteilt. Die Eltern der Zwillinge blieben anonym – bis heute sind keine Details über den Gesundheitszu­stand der zwei Neugeborenen bekannt. © afp/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Dezember 2019
Tübingen – Einen neuen Ansatz zur Behandlung der hereditären spastischen Spinalparalyse (HSP) haben Wissenschaftler vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, der Universität Tübingen sowie dem
Erste Ansätze für eine Gentherapie bei hereditärer spastischer Spinalparalyse
3. Dezember 2019
Boulder – Die Analyse des Proteoms, der Gesamtheit aller Proteine im Blut, könnte Hinweise auf bevorstehende Erkrankungen liefern. Die Studie in Nature Medicine (2019; doi: 10.1038/s41591-019-0665-2)
„Liquid Health Check“: Proteom-Analyse soll Erkrankungsrisiken erkennen
19. November 2019
Berlin – Genscheren wie CRISPR/Cas sollten beim heutigen Stand von Wissenschaft und Technik nicht zur Geneditierung von Keimbahnzellen eingesetzt werden. Und sollten die wissenschaftlichen
Globale Regeln für Eingriffe in menschliche Keimbahn erforderlich
13. November 2019
Halle (Saale) – In Deutschland sind 60 Prozent der Bevölkerung übergewichtig, ein Viertel ist bereits adipös. Das geht aus einem heute veröffentlichten Diskussionspapier der Nationalen Akademie der
Genetische Veranlagung nicht allein Schuld an Adipositas
8. November 2019
Nashville – Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) werden in der Leber über das Isoenzym CYP2C19 inaktiviert. Eine genetisch bedingte verminderte Aktivität des Enzyms, die zu erhöhten Plasmaspiegeln des
PPI: Genvariante deutet auf höheres Infektionsrisiko für Kleinkinder hin
25. Oktober 2019
Rotterdam und Utrecht – Die Behandlung von fortgeschrittenen Krebserkrankungen könnte in Zukunft mit einer Genom-Sequenzierung der malignen Zellen beginnen, deren Ergebnis dann zur Auswahl eines
Genomanalyse von Metastasen kann effektive Therapie anzeigen
22. Oktober 2019
Cambridge – US-Forscher haben ein neues Instrument zur Veränderung von Genen auf menschlichen Chromosomen entwickelt. Der „Prime-Editor“ hat in ersten Zellexperimenten in Nature (2019; doi:
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER