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Diabetes-Bericht unterschätzt Zahl der Betroffenen in der Klinik

Mittwoch, 4. Dezember 2019

/Maya Kruchancova, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fordert, künftig in der Nationalen Diabetes Surveillance des Robert-Koch-Instituts (RKI), also der offiziellen Diabetesbe­richt­erstattung, auch die Zahl der Patienten zu erfassen, die mit der Neben­diagnose einer Zuckererkrankung in der Klinik sind.

„Der RKI-Report berücksichtigt lediglich die niedrig vergütete und deshalb kaum kodierte Hauptdiagnose Diabetes. Als Neben­diagnose wird der Diabetes nicht aufgeführt, wodurch der tatsächliche stationäre Versorgungsbedarf Betroffener nicht realistisch dargestellt wird“, hieß es aus der DDG.

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Laut Fachgesellschaft ist etwa jeder siebte Krankenhauspatient in Deutschland zucker­krank. Auf internistischen Krankenhausstationen seien laut Studien aus dem vergangenen Jahr sogar etwa die Hälfte aller Patienten betroffen (DOI: 10.1111/ijcp.13273).

Der Grund für die Diskrepanz zwischen den offiziellen und den tatsächlichen Patienten­zahlen in Krankenhäusern sieht Andreas Fritsche, Sprecher der DDG Kommission „Epide­mi­­o­logie und Versorgungsforschung“, in erster Linie darin, dass die Kodierpraxis in Klini­ken Diabetes selten als Hauptdiagnose kennzeichne, da andere Diagnosen und Behand­lungen fürs Krankenhaus einen größeren finanziellen Nutzen hätten.

„Zudem kommen besonders ältere Diabetespatienten mit Beschwerden wie Bluthoch­druck, Nieren- oder Herzkreislaufbeschwerden ins Krankenhaus – häufige Folge- und Begleiter­krankungen der Stoffwechselerkrankung“, berichtet Fritsche, stellvertretender Leiter des Instituts für Diabetesforschung und metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen. Auch in diesen Fällen werde der Dia­betes nicht als Hauptdiagnose bewertet.

Laut der DDG ist es aber besonders wichtig, diese vielen Patienten in epidemiologischen Erhebungen zu berücksichtigen, um den Bedarf an Pflege, stationärer und ambulanter Versorgung sowie Rehabilitation realistisch abzubilden. © hil/aerzteblatt.de

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