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Rhön plant digitale Arztkonsultation

Mittwoch, 4. Dezember 2019

/Kaspars Grinvalds, stock.adobe.com

Bad Neustadt an der Saale – Die Rhön-Klinikum AG hat gemeinsam mit dem Schweizer Telemedizinunternehmen Medgate die Medgate Deutschland GmbH gegründet. In der Schweiz bietet Medgate eine App an, bei der Patienten ihre Symptome eingeben können und im Anschluss eine Empfehlung für einen Besuch beim Hausarzt oder „eine Behand­lung durch die Medgate Ärzte per Telefon oder Video“ erhalten, wie es auf der Website des Unternehmens heißt.

Im Anschluss kann man einen Termin für eine Arztkonsultation per Telefon oder Video buchen, „bis zu 48 Stunden im Voraus oder auch mitten in der Nacht oder am Wochen­ende“. Zu dem gewählten Termin wird man von einem der für Medgate arbeitenden Ärzte kontaktiert. Ein ähnliches Angebot ist für Deutschland geplant.

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„Wer krank ist, greift zum Smartphone und lässt sich telefonisch oder per Video ärztlich beraten und behandeln“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Rhön und Medgate. „Hierbei stehen den Patientinnen und Patienten zwei Zugangswege offen: entweder sie verwenden die Medgate App oder kontaktieren den Patientenempfang der Medgate Tele Clinic telefonisch.“ Der operative Start ist für die erste Jahreshälfte 2020 geplant.

Die wichtigsten Vorbereitungen für den Markteintritt seien in den vergangenen Monaten bereits umgesetzt worden, heißt es weiter. So seien die gesetzlichen Rahmenbedingun­gen für die Leistungserbringung geklärt, die technologische Infrastruktur für die lokale Anwendung in Deutschland entwickelt und der Rekrutierungsprozess für das Personal in die Wege geleitet worden.

Auch seien enge und vielversprechende Kontakte mit potenziellen Kunden geknüpft wor­den, wobei auch „eine namhafte private Kran­ken­ver­siche­rungsgesellschaft als Kunde ge­wonnen werden konnte“.

Zudem sei der Aufbau eines Partnernetzwerkes mit niedergelassenen Leistungserbringern angelaufen, um Patienten und Versicherten einen umfassenden Service bieten zu können, der über die Telekonsultation hinausgehe. Das Angebot richte sich aus vorrangig regula­to­rischen Gründen in einem ersten Schritt an private Kran­ken­ver­siche­rungen und Selbst­zahler. Die Zusammenarbeit mit Krankenkassen sowie Erweiterungen des Angebots seien in Planung.

„Mit dem Telemedizin-Angebot erweitert die Rhön-Klinikum AG ihre Wertschöpfungs­kette: Digital vor Ambulant vor Stationär“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der AG, Ste­phan Holzinger. „Damit schaffen wir ein modernes Versorgungsangebot für Patienten.“

Das telemedizinische Zentrum zur Erbringung der Leistungen (Medgate Tele Clinic) wird
seinen Sitz in Berlin haben. Die Rhön-Klinikum AG hält 51 Prozent an dem neuen Unter­nehmen, Medgate 49 Prozent. Geleitet wird es von der bisherigen Leiterin der Unter­neh­mensentwicklung bei Rhön, Verena Weißenseel.

Medgate wurde 1999 gegründet und beschäftigt heute in der Schweiz nach eigenen An­gaben mehr als 330 Mitarbeitende, davon mehr als 100 Ärzte. Seit dem Jahr 2000 be­treibt Medgate mit der Medgate Tele Clinic das nach eigenen Angaben größte ärztliche telemedizinische Zentrum Europas.

© fos/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Mittwoch, 4. Dezember 2019, 20:10

So ist Marktwirtschaft

Die "Unternehmer", also private Konzerne betreten Neuland. Wie immer, wenn es um Neuland geht, kann man scheitern. Aber man kann auch reüssieren, deswegen versucht man es ja sich einen neuen Markt zu erschließen.

Fast alle Ärzte in Spitzenämtern können sich heute noch gar nicht vorstellen, dass das Angebot von Rhön und Medgate erfolgreich sein wird. Irgendwann werden sie dann feststellen, dass das Feld bereits bestellt und die Spielregeln ohne ihr Zutun festgelegt wurden. Wie üblich, sie kommen mal wieder zu spät. Auch das ist typisch - für Anhänger der Planwirtschaft.
LNS

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