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Medizin

Erneut Affenpocken-Fall in England

Donnerstag, 5. Dezember 2019

London –In Südengland ist ein Mann an Affenpocken erkrankt. Während der Patient an einer Klinik in London behandelt wird, kann die Behörde Public Health England die Bevölkerung beruhigen. Die Zoonose wird selten von Mensch zu Mensch übertragen. Vorsichtshalber wurden jedoch Kontaktpersonen zur Untersuchung einbestellt.

Der Patient hat sich vermutlich in Nigeria angesteckt. Dort haben sich die Affenpocken seit 2017 ausgebreitet, nachdem das Land zuvor über 40 Jahre ohne Erkrankungsfälle geblieben war. Der Erreger, das Orthopoxvirus simiae, ist zwar mit dem Virus der Pocken beim Men­schen, Orthopoxvirus variolae, verwandt. Die Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch ist jedoch gering. Wegen der nachlassenden Immunität in der Bevölkerung nach dem Ende der Pockenimpfung könnte die Empfänglichkeit für eine Infektion angestiegen sein. Die Impfung gegen Pocken erzeugt eine Teilimmunität.

Für England ist es bereits die dritte importierte Erkrankung innerhalb von etwas mehr als einem Jahr. Im September letzten Jahres waren 2 Personen an unterschiedlichen Orten erkrankt. Beide hatten sich bei einer Reise nach Nigeria infiziert.

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Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Kontakt mit infizierten Tieren, deren Sekrete oder durch Nahrungsaufnahme, etwa durch den Verzehr von „bush meat“, sprich Affenfleisch. Affen sind vermutlich wie der Mensch ein Fehlwirt für die Viren. Das eigentliche Reservoir sind vermutlich Hörnchenarten (Genus Funisciurus und Heliosciurus) und Nager (Ratten).

Die Affenpocken können die gleichen Effloreszenzen wie die Menschenpocken auslösen. Aus einer Makula entsteht ein Bläschen, das dann zu einer Pustel wird, verkrustet und unter Hinterlassen einer Narbe abheilt. Die Erkrankung verläuft meist milde. Todesfälle sind jedoch möglich. Die Welt­gesund­heits­organi­sation gibt die Case-Fatality-Rate der Affen­pocken mit 1 bis 10 % an. Jüngere Menschen sind stärker gefährdet als ältere.

Der Inhalt der Effloreszenzen ist infektiös, die Übertragbarkeit unter Menschen jedoch gering. Dennoch hat Public Health England eine Untersuchung von möglichen Kontakt­personen eingeleitet. Dazu gehören die Passagiere des Rückflugs, sowie alle Personen, die der Patient seit seiner Rückreise getroffen hat. © rme/aerzteblatt.de

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