NewsHochschulenMainzer Universitätsmedizin und Verdi einigen sich auf Tarifvertrag
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Mainzer Universitätsmedizin und Verdi einigen sich auf Tarifvertrag

Freitag, 6. Dezember 2019

Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz /dpa

Mainz – Bei unterbesetzten Schichten sollen Pflegekräfte an der Mainzer Universitäts­me­dizin künftig mit einem Freizeitausgleich für ihre Mehrarbeit entschädigt werden. Auf diesen Belastungsausgleich, der schrittweise eingeführt wird, einigten sich beide Seiten nach schwierigen Verhandlungen, wie Verdi und die Unimedizin, das größte Krankenhaus in Rheinland-Pfalz, heute mitteilten.

Grundlage für den Ausgleich sind stations- und schichtbezogene Soll-Zahlen, auf die sich Gewerkschaft und Krankenhaus schon vor einer Woche geeinigt haben. Nach der weiter­gehenden Einigung gestern am späten Abend steht nun auch der Mechanismus und die Höhe des Ausgleichs fest.

Anzeige

Ab dem 1. September kommenden Jahres werden fünf Prozent der unterbesetzten Schicht mit Freizeit ausgeglichen. Dieser Wert erhöht sich Stück für Stück bis 2024 auf 20 Pro­zent. Dann wird es also so sein, dass ein Mitarbeiter, der fünf Mal in einer unbesetzten Schicht war, einen Tag frei bekommt.

Vereinbart wurde auch die Schaffung von 41 neuen Stellen im „patientenfernen Bereich“. Dazu zählen nach Angaben der Unimedizin beispielsweise die IT, die Elektrowerkstatt, der Patiententransport oder auch Ernährungsberater.

Der kaufmännische Vorstand der Unimedizin, Christian Elsner, betonte, in der Pflege solle mehr Personal eingestellt werden. Jede sich bewerbende Pflegekraft werde genommen, alle offenen Stellen würden unbefristet ausgeschrieben.

Mit dem Zustandekommen des sogenannten Tarifvertrags Entlastung, der den schon im Juli dieses Jahres vereinbarten Tarifabschluss ergänzt, ist ein mehrfach im Raum stehender größerer Streik an der Unimedizin vom Tisch. Elsner sagte: „Die Verhandlungen zur Tarifvertragsergänzung waren hart, aber zielorientiert.“

Verdi-Verhandlungsführer Frank Hutmacher sprach ebenfalls von einem schwierigen, aber konstruktiven Weg zur Einigung. Bis kurz davor sei die Situation angespannt und ein Streik in Vorbereitung gewesen. Zu Bettenschließungen solle es auch mit dem Belas­tungsausgleich an der Unimedizin nicht kommen, erklärte eine Sprecherin. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Januar 2020
Lübeck – Am Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck wird es vorerst keine Warnstreiks geben. Das habe sich in einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Lübeck über den Erlass
Vorerst kein Warnstreik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
21. Januar 2020
Gießen/Marburg – Beschäftigte des privatisierten Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) bekommen mehr Geld. Bei der Tarifeinigung mit der Gewerkschaft Verdi für 2020 gehe es um nichtärztliche
Mehr Geld für nichtärztliche Beschäftigte in Gießen und Marburg
17. Januar 2020
Haldensleben – Im festgefahrenen Tarifstreit an den Ameos-Kliniken sollen sich nun auch Mitarbeiter des Standortes Haldensleben mit dem Arbeitgeber an einen Runden Tisch setzen. Das Treffen zwischen
Tarifstreit bei Ameos: Runder Tisch für Standort Haldensleben
15. Januar 2020
Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat seine Mitglieder in den tarifgebundenen Universitätskliniken der Länder für den 4. Februar 2020 zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Ärzte der betroffenen
Ärzte in Universitätskliniken vor Tarifgesprächen zum Warnstreik aufgerufen
14. Januar 2020
Magdeburg – Im Tarifstreit an den Ameos-Kliniken will Verdi am Freitag mit der Urabstimmung über unbefristete Streiks beginnen. Der Bundesvorstand der Gewerkschaft habe der Abstimmung gestern Abend
Urabstimmung über unbefristete Streiks bei Ameos noch diese Woche
10. Januar 2020
Magdeburg – Die Ameos-Kliniken im Salzlandkreis wollen bis zur Beilegung des Tarifstreits keine weiteren Kündigungen aussprechen. Das sagte der Regionalgeschäftsführer von Ameos Ost, Lars Timm, heute.
Ameos will zunächst auf weitere Kündigungen verzichten
8. Januar 2020
Magdeburg – Im festgefahrenen Streit um Tarifverträge für die Beschäftigten der Ameos-Kliniken zeichnet sich zumindest für die drei Standorte im Salzlandkreis Bewegung ab. Auf Initiative von Landrat
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER