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Politik

FDP möchte Samenspende über Tod hinaus zulassen

Freitag, 6. Dezember 2019

/dpa

Berlin – Die FDP will es Samenspendern ermöglichen, über ihren Tod hinaus Kinder zeu­gen zu lassen. Betroffene Männer sollten testamentarisch festlegen können, „was nach dem Tod mit einer Samenspende geschehen und wer darüber verfügen darf“, forderte die FDP-Medi­zinrechtsexpertin Katrin Helling-Plahr heute in Berlin.

Dafür müsse das Embryonenschutzgesetz geändert worden, das bislang noch die Nutzung von Samenspenden nach dem Tod des Spenders verbietet. Das Selbstbestimmungsrecht müsse auch über den Tod hinaus gelten, forderte Helling-Plahr.

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„Das Gesetz wird der heutigen gesellschaftlichen Situation und den reproduktionsmedizi­nischen Möglichkeiten nicht gerecht.“ Denkbar sei aus ihrer Sicht eine Fristregelung, nach dieser das Sperma erst nach dem Ablauf einer gewissen Frist nach dem Tod vernichtet werden soll.

Gestern hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Klage einer Hinter­blie­benen abgewiesen. Sie hatte eine Pariser Klinik auf die Herausgabe des eingefrore­nen Spermas eines frühzeitig verstorbenen Angehörigen verklagt. Dieser habe einen Kin­derwunsch geäußert und sie wolle ihm diesen letzten Wunsch erfüllen, argumentierte die Klägerin.

In Deutschland gab es in der Vergangenheit Fälle, in der Frauen vergeblich auf die He­raus­gabe des Spermas eines Verstorbenen klagten. In Belgien, Spanien und Großbritann­ien ist die künstliche Befruchtung „post mortem“ – also nach dem Tod des Spenders – erlaubt. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 6. Dezember 2019, 19:05

Potenzprobleme der FDP?

Ganz ehrlich, haben wir in Deutschland nicht wichtigere reproduktionsmedizinische, fortpflanzungsbiologische und sexualmedizinische Probleme als ausgerechnet die Samenspende über den Tod des Samenspenders hinaus zuzulassen?

Wie sieht es dann mit eingefrorenen und ggf. schon befruchteten Eizellen von verstorbenen Frauen aus?

Bei allen normalen Menschen endet die reproduktive Kompetenz mit dem Tod des Individuums.

Sollte man da nach dem Willen einer in reproduktionsmedizinischen Fragen völlig durchgeknallten FDP für deren spezielles Wählerklientel etwa eine Ausnahme machen müssen?

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. St. Moritz/CH)
LNS

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