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2,3 Millionen für Tuberkulose- und Malaria-Forschung

Donnerstag, 12. Dezember 2019

/Patchara, stock.adobe.com

Braunschweig – Für die Entwicklung neuer Medikamente gegen Tuberkulose und Malaria erhält ein Forschungsprojekt des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) 2,3 Millionen Euro von der Bill & Melinda Gates Foundation. Wie das Zentrum kürzlich mit­teilte, werde ein Projekt zur Wirkstoffforschung über drei Jahre finanziert.

Für das Vorhaben haben sich das HZI und sein Standort in Saarbrücken, das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), mit dem Forschungsunterneh­men Evotec als Kooperationspartner verbündet.

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Mit der Förderung der Gates-Stiftung werden etwa zehn Stellen von Wissenschaftlern und Technikern finanziert, die an den drei Standorten beim HZI in Braunschweig, in Saar­brücken und bei Evotec in Lyon arbeiten sollen. Mit dieser öffentlich-privaten Partner­schaft sollen neue Wirkstoffe gegen Tuberkulose und Malaria identifiziert, sowie etablier­te Wirkstoffkandidaten weiterentwickelt werden.

Das HZI war schon mehrmals im Rahmen anderer Forschungsprojekte von der Gates-Stif­tung gefördert worden und hatte bereits mit dem Wirkstoffentwickler Evotec zusammen­gearbeitet. Man wolle Expertisen kombinieren um die drohende Gefahr von Resistenzen zu überwinden, sagte Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI.

Durch die Fortsetzung der bereits bewährten Kooperation des HZI und des HIPS mit Evo­tec sei man dazu in der Lage, einen großen Teil der präklinischen Wirkstoffentwicklung abzudecken, sagte Rolf Müller, wissenschaftlicher Projektleiter und Leiter der Abteilung „Mikrobielle Naturstoffe“ am HIPS. „Mit Blick auf die rückläufigen Forschungsaktivitäten der pharmazeutischen Industrie im Bereich der Antibiotikaentwicklung ist dies ein ermu­tigender Schritt“, sagte er weiter.

„Die Ressourcen des HZI und HIPS bieten eine einzigartige Chance für die Entdeckung bislang unbekannter Strukturen mit neuen Wirkmechanismen und damit potenziell resistenzbrechenden Eigenschaften“, sagte Cord Dohrmann, Chief Scientific Officer der Evotec. Von der Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern des HIPS in Saarbrücken verspreche man sich einen erfolgreichen gegenseitigen Wissenstransfer.

Evotec ist ein Wirkstoffforschungs- und -entwicklungsunternehmen mit Sitz in Hamburg und hat langjährige Allianzen mit vielen großen Pharmafirmen, darunter Bayer, Novartis und Pfizer. Evotec wird auch von Risikokapitalgesellschaften finanziert und arbeitet mit akademischen Einrichtungen zusammen.

Für Forschungsprojekte zur Entwicklung neuer Tuberkulosemedikamente war das börsen­notierte Unternehmen bereits im Juni 2019 eine Partnerschaft mit der Gates-Foundation eingegangen. Dabei wurden Evotec 23,8 Millionen Dollar über fünf Jahre zugesagt, heißt es auf deren Webseite.

Auch der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans (CDU), unterstützte das Projekt. Er betonte die Bedeutung des HIPS für das Saarland als Wissenschafts- und Innovations­standort. Die Kooperation sei auch ein Beleg für einen funktionierenden Technologie­transfer. © jff/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 12. Dezember 2019, 22:01

Verglichen mit den Summen

die in die Erforschung und Behandlung einer relativ leicht vermeidbaren Erkrankung (HIV) geflossen sind und noch fließen, sind 7-stellige Beträge lächerlich
Aber Malaria und Tuberkulose betreffen ja nicht unsere westlichen Zivilsationsgesellschaften und deren Lebensstile.
Avatar #736261
Dr. Peter Pommer
am Donnerstag, 12. Dezember 2019, 19:59

Besser Milliarden...

Diese Summe, noch dazu aufgeteilt auf Tuberkulose- UND Malariaforschung gleicht dem Versuch, mit einem Schnapsglas voll Wasser den Brand im Regenwald zu löschen....
LNS

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