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Politik

Schleswig-Holstein: Vier von zehn Pflegekräften sind über 51 Jahre alt

Montag, 9. Dezember 2019

/dpa

Neumünster – Knapp 40 Prozent aller Pflegefachkräfte in Schleswig-Holstein werden in den nächsten zehn bis zwölf Jahren in den Ruhestand gehen. Das zeigen aktuelle Daten der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

Demnach sind 39,7 Prozent der registrierten 27.087 Mitglieder 51 Jahre oder älter. „Wenn wir jetzt nicht handeln, ist davon auszugehen, dass wir auf einen dramatischen Engpass in der pflegerischen Versorgung zusteuern“, erklärte die Präsidentin der Pflegeberufe­kammer Schleswig-Holstein, Patricia Drube.

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Schon jetzt liege in Schleswig-Holstein das Verhältnis von Pflegefachkräften zu Einwoh­nern deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. „Während es in Deutschland laut der aktuellen OECD-Gesundheitsstatistik 12,9 Pflegekräfte pro 1.000 Einwohner gibt, sind es in Schleswig-Holstein nur 9,35“, sagte Drube.

Gleichzeitig wachse der Pflegebedarf immens: „Wir gehen für Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2030 von einer Erhöhung der Anzahl an Pflegebedürftigen von 53,8 Prozent und einem Mehrbedarf von circa 15.000 Pflegestellen aus“, erklärte Drube, die sich dabei auf Zahlen der Bertelsmann Stiftung bezog.

Weniger als ein Viertel der Pflegenden sind jünger als 35 Jahre

Wie es den Zahlen der Pflegeberufekammer weiter hervorgeht, sind derzeit nur 24 Pro­zent aller Pflegefachkräfte in Schleswig-Holstein jünger als 35 Jahre. 36,3 Prozent sind zwischen 36 und 50 Jahren alt.

„Besonders bedenklich ist, dass der Pflegenachwuchs der 19- bis 30-Jährigen nur 13,3 Prozent aller Pflegefachpersonen ausmacht“, betonte Drube. Hier werde deutlich, wie wichtig es sei, auf verstärkte Ausbildung zu setzen und alles zu tun, um junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen. Allerdings müsse dabei die Strategie „Masse statt Klasse“ vermieden werden.

Zudem sei es erforderlich, die Rahmenbedingungen der beruflichen Pflege umgehend zu verbessern, zum Beispiel durch faire Löhne, verlässliche Dienstpläne, flexible Arbeitszeit­modelle und wertschätzende Führung. „Nur so können wir Pflegefachkräfte langfristig in ihrem Beruf halten und den Pflegenachwuchs sichern“, meinte Drube.

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein erhebt regelmäßig statistische Daten ihrer Mitglieder. „Erstmals können wir für Schleswig-Holstein nun festhalten, wie viele Pflege­fachpersonen in der Pflege tätig sind – mit welcher Qualifikation und in welcher Region“, erläuterte Drube. Diese Pflegeberufe-Statistik sei wichtig, um die Beschäftigungssituation in der Pflege landesweit abzubilden. © fos/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #769631
Naturfreund
am Dienstag, 10. Dezember 2019, 16:25

Pflegenotstand

Also wenn meine Zeit gekommen ist, dann hoffe ich, es ist Sommer, gehe tief in den Wald und will dort in aller Ruhe sterben. Gern kann sich das liebe Vieh an mich satt futtern und hoffentlich findet mich vorher kein Mensch. Alles, nur nicht in die deutschen Aufbewahrungsanstalten, für die unsere Politiker kein Herz haben. In einem so reichen Land machen sie es nicht möglich, die Pflegekräfte anständig zu bezahlen, die Arbeitsbedingungen vernünftig zu gestalten und somit auch den Heimbewohnern einen würdigen Lebensabend zu ermöglichen.
LNS

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