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Medizin

Achtsamkeits­meditation kann Blutdruck von Hypertonikern senken

Dienstag, 10. Dezember 2019

/Photographee.eu, stockadobecom

Rhode Island/Providence – Eine achtsamkeitsbasierte Stressreduktion, eine westliche Variante der buddhistischen Meditation, hat in einer offenen Studie in PLOS One (2019: doi: 10.1371/journal.pone.0223095) den Blutdruck von Hypertonikern teilweise deutlich gesenkt.

Die „Mindfulness-Based Stress Reduction“ (MBSR) wurde in den 1970er-Jahren von dem US-Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn als Methode zur Stressbewältigung entwickelt. Die MBSR verbindet Elemente der buddhistischen Meditationspraxis mit Yoga-Übungen.

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Das Programm besteht aus acht wöchentlichen Gruppensitzungen von zweieinhalb Stun­den Dauer und einem abschließenden „Übungstag in Stille“. Sie richtet sich an motivierte Patienten, die bereit sind, neben den Gruppensitzungen privat sechsmal die Woche über mindestens 45 Minuten zu meditieren.

An der Studie der Brown’s School of Public Health in Rhode Island nahmen 43 Erwachse­ne mit erhöhtem Blutdruck teil. Bei der Hälfte war eine Hypertonie im Stadium 2 diag­nos­tiziert worden mit systolischen Werten von über 140 mm Hg.

Bei einem Orientie­rungs­treffen wurden die Personen über die möglichen Ursachen ihrer Hypertonie in­for­miert. Zu den Zielen des MBSR gehörte laut Studienleiter Eric Loucks auch, das Problembe­wusst­sein der Patienten zu schärfen und ihnen die Kraft zu geben, ihren Lebensstil zu verbessern und die Risikofaktoren für den erhöhten Blutdruck zu vermeiden.

Was teil­weise auch gelang. Die Teilnehmer bemühten sich in der Folge mit mehr oder weniger Erfolg, die Regeln der DASH-Diät einzuhalten, körperlich aktiver zu werden und einen problematischen Alkoholkonsum zu vermeiden. Nur beim Körpergewicht wurden keine Änderungen erreicht.

Bei der ersten Untersuchung nach dem Abschluss des MBSR-Kurses hatten vor allem die Teilnehmer mit einer Hypertonie im Stadium 2 ihre Blutdruckwerte deutlich verbessert. Sie wiesen jetzt den gleichen Druck auf wie die Patienten, deren Blutdruckwerte zu Beginn der Studie nur leicht erhöht waren.

Nach sechs Monaten und nach zwölf Monaten waren die Blutdruckwerte zwar wieder leicht angestiegen. Sie lagen jedoch weiter um 15,1 mm Hg unter den Ausgangswerten vor Beginn der Studie. Ob die Blutdruckziele erreicht wurden, hing dabei sehr stark davon ab, ob die Teilnehmer nach dem Ende des MBSR-Kurses weiterhin ihre täglichen Medita­tionsübungen durchführten.

Welchen Anteil die Achtsamkeitsübungen an der Blutdrucksenkung hatten und wie stark sich die Änderungen des Lebensstils ausgewirkt haben, lässt sich nicht unterscheiden. Für die Teilnehmer dürfte dies ohne Bedeutung sein, solange am Ende das Ergebnis stimmt. © rme/aerzteblatt.de

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