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Politik

Zahl der Antibiotikaverord­nungen dürfte erneut sinken

Dienstag, 10. Dezember 2019

/Grycaj, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Ärzte werden in diesem Jahr voraussichtlich 13 Prozent weniger An­tibiotika verordnen als im vergangenen Jahr – gerechnet in Defined Daily Doses (DDD). Das berichtet der Statistikdienstleister Iqvia. Danach nimmt die Zahl der verordneten Anti­bio­tika bereits seit zehn Jahren kontinuierlich ab – mit einer Unterbrechung im Jahr 2013.

Der Rückgang wird von verschiedenen Arztgruppen getragen: Er beträgt unter anderem minus 13,3 Prozent bei Hausärzten, minus 6,1 Prozent bei Kinder- und Jugendärzten so­wie minus 4,5 Prozent bei HNO-Ärzten.

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Der Rückgang fällt bundesweit laut der Iqvia-Auswertung unterschiedlich aus: In den Ländern Brandenburg, Niedersachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, Westfalen-Lippe beträgt er minus elf bis minus acht Prozent, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein und Sachsen minus sieben Prozent und in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz minus sechs bis minus vier Prozent.

Laut der Auswertung des Unternehmens sind Erkrankungen der oberen unteren Atem­we­ge und des Urogenitalsystems die Indikationen, bei denen Ärzte am häufigsten Antibioti­ka verordnen. 72 Prozent der Verordnungen entfallen auf Erkrankungen dieser Formen­kreise. Die fünf am häufigsten abgegebenen Antibiotika-Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffkombinationen sind Amoxicillin, Cefuroxime axetil, Doxycycline, Penicillin V und Amoxicillin + Clavulansäure.

Ärzteschaft und Politik bemühen sich unterdessen weiter um einen rationalen Umgang mit Antibiotika. So ist jetzt zum in Nordrhein-Westfalen eine Kampagne dazu gestartet, welche die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) des Landes ge­meinsam mit dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Düsseldorf sowie den Apothekerkammern, der Krankenhausgesellschaft und den Krankenkassen des Landes tragen.

Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und die Geschäftsstellen der Krankenkassen erhalten dazu von der Initiative gemeinsam erarbeitete Poster und Faltblätter, um die Öffentlichkeit zu informieren. © hil/aerzteblatt.de

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