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Medizin

Klimawandel gefährdet Arzneipflanzen

Dienstag, 10. Dezember 2019

Ginsengfarm in Wausau Wisconsin /picture alliance
Ginsengfarm in Wausau Wisconsin /picture alliance

St. Louis – Der weltweite Klimawandel drängt auch Arzneipflanzen zurück und gefährdet ihren Bestand. Das berichten Wissenschaftler um Wendy Applequist vom William Brown Center, St. Louis, in der Fachzeitschrift Planta Medica (2019; DOI: 10.1055/a-1041-3406).

Die Autoren des Aufrufs zeigen eine Reihe von Risiken auf, die direkt oder indirekt mit dem Klimawandel in Verbindung stehen: Temperaturanstiege, Dürren und Starkregen, der Anstieg von Kohlendioxid in der Luft und die zunehmende Verbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern. Zu den direkten Gefahren gehört aber auch das Überernten. Diese Faktoren könnten in der Summe dazu führen, den Bestand der Arzneipflanzen bis zum Aussterben zu reduzieren, so die Wissenschaftler.

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Verbliebene Pflanzen wachsen laut dem Aufruf schlechter und sind von geringerer Qualität. Besonders Letzteres ist für die Forscher Grund zur Sorge, da die Pflanzen ihre medizinische Wirkung ändern oder sogar ganz verlieren könnten.

Ginseng vom Aussterben bedroht

Die Wissenschaftler weisen in ihrem Aufruf beispielhaft auf die Situation des amerika­nischen Ginsengs hin. Dieser werde mit einer Wahrscheinlichkeit von 8 % in den nächsten 70 Jahren aussterben, wenn er weiter so geerntet werde wie heute. Ein Aussterben des Ginsengs durch Folgen des Klimawandels werde in einer weiteren zitierten Studie mit 6 % beziffert. „Wenn beide Effekte zusammenkommen, steigt das Risiko auf 65 %“, so die Forscher.

In den meisten Entwicklungsländern sind Arzneipflanzen laut den Autoren die Haupt­medikamente für 70 bis 95 % der Bevölkerung. Die Bevölkerungen, die voraussichtlich am meisten unter diesen Auswirkungen leiden werden, seien daher kleinere Volksgruppen und indigene Stämme.

Die Autoren raten, Arzneipflanzen vermehrt in Gemeinschaftsgärten anzubauen, um den lokalen Zugang zu erhalten. Bauern sollten zeitnah in der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wiesen und Felder und in der Überwachung der Pflanzenqualität geschult werden. Einen letzten Ausweg sehen die Forscher in der vom Menschen unterstützten Migration der Pflanzen in neue Lebensräume und im Anlegen einer standortunabhängigen Saatenbank. © hil/aerzteblatt.de

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