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Medizin

Kaelin, Ratcliffe und Semenza erhalten Nobel-Medaille

Dienstag, 10. Dezember 2019

/picture alliance, Kay Nietfeld

Stockholm – Die diesjährigen Nobelpreisträger für Physiologie und Medizin William G. Kaelin Jr., Sir Peter J. Ratcliffe und Gregg L. Semenza wurden heute im Stockholmer Kon­zerthaus offiziell mit der Nobel-Medaille ausgezeichnet. Im Rahmen der Nobel Week hatten die drei Laureaten bereits am vergangenen Samstag die traditionellen Nobel Lec­tures gehalten.

Den Preis erhielten Kaelin, Radcliffe und Semenza für die Aufklärung des grundlegenden physiologischen Mechanismus, mit dem sich Zellen an eine verringerte Sauerstoffverfüg­barkeit anpassen. Semenza berichtete am vergangenen Samstag über den von ihm ent­deck­ten Hypoxia Inducible Factor (HIF) und dessen Rolle in Physiologie und Medizin.

Radcliffe erklärte, wie die Sauerstoffmessung in tieri­schen und menschlichen Zellen funk­tioniert. Und Kaelin sprach über das von Hippel-Lindau Tumor Suppressor Protein und wie dessen Erforschung Einblicke in die Sauerstoffwahrnehmung der Zelle ermög­licht.

Kaelin begann in seinem Labor am Dana-Farber-Institut die Sauerwahrnehmung zu er­forschen, weil er sich mit der seltenen Erbkrankheit Von-Hippel-Lindau-Syndrom (VHL) beschäftigte. Betroffene entwickeln Tumore, die dem Körper eine Hypoxie vorgaukeln, indem sie VEGF-Proteine ausschütten und so die Angiogenese anregen.

Der Nobelpreisträger hatte die Idee, den Mechanismus zur Sauerstoffmessung zu nutzen, um die übermäßige Produktion von VEGF-Proteinen zu hemmen. Auf dieser Basis wurden später zum Beispiel der Angiogenesehemmer Sunitinib und weitere Medikamente zur Be­handlung von unter anderem fortgeschrittenen oder metastasierten Nierenzellkarzino­men entwickelt.

„Die meisten, aber nicht alle Patienten profitieren davon", sagte Kaelin über die neuen Medikamente. Bei manchen beginne der Krebs aber nach Monaten oder Jahren dennoch wieder zu wachsen. Warum das so ist, daran forscht der Preisträger gerade.

Darüber hinaus entwickelt er gemeinsam mit der Pharmafirma Peleton eine neue Be­hand­lung, bei der nicht nur VEGF, sondern auch andere krebsverursachen­de Substanzen gehemmt werden. Dass er „zusammen mit vielen, vielen, vielen anderen“ in der Krebs­for­schung vorangekommen sei und eine „bessere Therapie“ für Krebspatienten habe ent­wickeln können, sei „einfach unglaublich“, so Kaelin. © nec/dpa/aerzteblatt.de

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