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Vermischtes

Apps können Ernährungsverhalten verbessern

Dienstag, 10. Dezember 2019

Frau tippt auf ihr Smartphone. /maria_savenko, stockadobecom
/maria_savenko, stockadobecom

Konstanz/Potsdam-Rehbrücke – Ernährungsinterventionen mittels Smartphone-Apps können eine positive Wirkung haben. Das bescheinigt eine Metaanalyse mit rund 6.300 Frauen und Männern basierend auf 41 Einzelstudien, die Psychologen der Universität Konstanz sowie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Obesity Reviews publiziert haben (2019; DOI: 10.1111/obr.12903).

Unter den analysierten Studien waren 27 randomisiert kontrollierte Studien. Ein positiver kleiner Effekt app-basierter mobiler Interventionen wurde für die Verbesserung des Ernährungsverhaltens (Hedge's g = 0,19; 95-%-Konfidenzintervall 0,06-0,32, P = 0,004) und der ernährungsbezogenen Gesundheitsergebnisse (g = 0,23; KI, 0,11-0,36, P < 0,001) identifiziert. Positive kleine Effekte ergaben sich auch auf eine Adipositas (g = 0,30; KI 0,15-0,45, P < 0,001), auf den Blutdruck (g = 0,21; KI, 0,01-0,42, P = 0,043) und auf die Blutlipide (g = 0,15; CI, 0,03-0,28, P = 0,018). Die Effekte auf den BMI, Adpiositas und Blutdruck stammten jedoch aus Studien, die sehr heterogen waren (I2 > 80 %).

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Apps, die das Ernährungsverhalten ändern sollen, arbeiten häufig mit Bildern und Informationen. Die User machen beispielsweise ein Foto von ihrem Essen oder protokollieren dieses mittels App, die dann Rückmeldung über die Kalorien und Nährstoffe gibt. Die meisten getesteten Apps nutzten Interventionen, die sich aus vier Techniken zusammensetzten, die darauf abzielten, das Verhalten zu ändern: Ziele und Planung, Feedback und Monitoring, Wissen vermitteln und soziale Unterstützung. Um die 30 verschiedene Apps wurden in den Studien getestet, unter anderem Loseit!, Alive PD, My Meal Mate, Jawbone Up, Kalorienzähler, Weight Watchers, Noom, FitBit, MyTherapy und einige mehr.

Zusätzliche Behandlungskomponenten hatten eben so wenig einen Einfluss auf die Wirksamkeit wie Anzahl und Art der eingesetzten Verhaltenstechniken. Dies unterstreiche das Potenzial app-basierter Interventionen, schreiben die Autoren der Übersichtsarbeit. Zudem könnten mobile Interventionen im realen Leben und in Echtzeit eingreifen und viele Personen erreichen. Schließlich gibt es weltweit mehr als fünf Milliarden Smartphones.

Weltweit sind rund zwei Milliarden Menschen übergewichtig oder adipös. Da Übergewicht sowohl mit körperlichen als auch psychischen Gesundheitsfolgen und enormen wirtschaftlichen Kosten verbunden ist, gilt es als eines der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit.

Die Studie wurde finanziell unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). © gie/aerzteblatt.de

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