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Politik

Ausländischen Pflegekräften dauerhafte Perspektive bieten

Dienstag, 10. Dezember 2019

/picture alliance / Andreas Arnold/dpa

Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat die Gründung der Deutschen Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) begrüßt, die Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn und der Ministerpräsident des Saarlands, Tobias Hans (beide CDU), vor kurzem bekanntgegeben haben. Die DeFa soll Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen dabei unterstützen, Pflegekräfte aus dem Ausland zügig in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. „Die Gründung einer Agentur, die durch den deutschen Bürokratiedschungel hilft, die Unterlagen auf Vollständigkeit überprüft und den gesamten Prozess der Anerkennungs- und Visaverfahren koordiniert, ist sicher hilfreich“, sagte die neue 1. Vorsitzende des MB, Susanne Johna, dem Deutschen Ärzteblatt.

Es müsse allerdings darauf geachtet werden, „dass wir die Verantwortung dafür haben, Pflegekräfte nur in den Ländern anzuwerben, in denen sie nicht vor Ort gebraucht werden oder eine Chance auf Anstellung hätten“, betonte Johna. „Wir dürfen ausländische Pflegekräfte auch nur dann nach Deutschland holen, wenn wir ihnen eine dauerhafte Perspektive mit echter Integration bieten können und sie gut darüber informieren, wie die tägliche Arbeit in Deutschland aussieht.“

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Johna fordert Ausbildungsoffensive in Deutschland

„Schlimm wäre es, wenn die ausländischen Pflegekräfte mit falschen Vorstellungen zu uns kämen“, fuhr Johna fort. „Beim Ausliefern des Essens zu helfen oder Patienten zu waschen, sind Tätigkeiten, die nicht in allen Ländern zur Pflegetätigkeit gehören.“ Deswegen sei es enorm wichtig, zum Beispiel durch Video- und Bildmaterial in der jeweiligen Muttersprache über die Arbeit zu informieren, die die Pflegekräfte in Deutschland erwartet.

Ohnehin sei es wichtig, dass zukünftige Arbeitgeber möglichst schon während der Anerkennungsphase das Erlernen der deutschen Sprache unterstützen und dann zu Beginn der Tätigkeit in Deutschland diese Unterstützung auch fortsetzen. „Nur, wenn sich die gewonnenen Pflegekräfte an ihrem neuen Arbeitsplatz und in der Lebensumgebung wohlfühlen, werden sie auch dauerhaft in Deutschland bleiben“, sagte Johna. Gleichzeitig sei es allerdings dringend notwendig, eine Ausbildungsoffensive in Deutschland zu starten und jungen Menschen zu zeigen, wie abwechslungsreich und befriedigend die Arbeit in der Pflege sein kann.

VKD fordert Paten für ausländische Pflegekräfte

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) sieht die Anwerbung von Pflegekräften im Ausland grundsätzlich eher skeptisch. „Es gab bereits viele engagierte Projekte, die sich mit der Akquise von fremdländischen Pflegekräften befasst haben“, heißt es aus dem Verband. Die anfängliche Begeisterung sei häufig alsbald verflogen. „Es sind, gemessen am Aufwand, nicht sehr viele Beschäftigte geblieben“, so der VKD. „Eine Langzeitbetrachtung liegt nach unseren Kenntnissen allerdings nicht vor.“

Für viele Menschen sei es nicht leicht, in ein fremdes Land zu gehen, dessen Sprache man kaum spreche beziehungsweise verstehe. „Dort angekommen, braucht es eine tatsächliche Betreuung – nicht nur während des Arbeitstages – mit lebendigen Möglichkeiten der Integration“, erklärt der VKD. „Fehlen zum Beispiel Paten für fremdländische Mitarbeiter, dann werden berufliche und private Alltagsprobleme schnell zu Krisen und bald stellt sich die Frage, ob ‚es das alles wert ist‘.“ Zudem sei günstiger Wohnraum unerlässlich, weil ansonsten das höhere Beschäftigungsentgelt in Deutschland nur zur Deckung der deutlich höheren Lebenshaltungskosten diene. © fos/aerzteblatt.de

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