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Politik

Jüngere Deutsche häufiger depressiv als anderer EU-Bürger

Mittwoch, 11. Dezember 2019

/marjan4782, stock.adobe.com

Berlin – Jüngere Menschen haben in Deutschland häufiger eine depressive Symptomatik als der Durchschnitt der Bürger in der Europäischen Union (EU, 11,5 Prozent versus 5,2 Prozent), bei Älteren ist die Verbreitung in Deutschland mit 6,7 Prozent geringer als im EU-Durchschnitt (9,1 Prozent).

Das geht aus der zweiten Welle der Europäischen Gesundheitsbefragung EHIS hervor, dessen Ergebnisse das Robert Koch-Institut (RKI) jetzt im Journal of Health Monitoring veröffentlicht hat (doi 10.25646/6221).

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„Mit den Daten wollen wir dazu beitragen, die Gesundheit der Menschen weiter zu ver­bessern“, betonte RKI-Präsident Lothar Wieler. Der Fokus der Europäischen Gesundheits­be­fragung liege auf nichtübertragbaren Krankheiten.

Für die Gesundheitsstudie wurden mehr als 254.000 Menschen in 25 EU-Staaten ange­schrieben und unter anderem zu depressiven Symptomen befragt. In Deutschland wurden für die Befragung zwischen November 2014 und Juli 2015 rund 25.000 Menschen ab 15 Jahren per Stichproben aus Registern der Einwohnermeldeämter ausgewählt. Rund ein Viertel von ihnen (27 Prozent) beantwortete den Fragebogen schriftlich oder online.

Die Ergebnisse für Deutschland könnten davon beeinflusst sein, dass hier über das The­ma Depression öffentlich breit diskutiert werde, und die Sensibilität höher sein könnte als in anderen EU-Ländern, heißt es in der Studie. Darüber hinaus könnte es möglich sein, dass die befragten Bundesbürger eher bereit waren, psychische Symptome zu nennen.

In Deutschland geht die Stiftung Deutsche Depressionshilfe nicht davon aus, dass die Neigung zu Depressionen generell steigt. Vielmehr werde die Krankheit von Ärzten häufiger erkannt als früher. In der Bevölkerung sei zudem die Bereitschaft gewachsen, sich behandeln zu lassen.

Nach Angaben der Stiftung erkranken 5,3 Millionen Deutsche zwischen 18 und 79 Jahre im Laufe eines Jahres an einer anhaltenden depressiven Störung (8,2 Prozent). Diese Zahl erhöhe sich noch um Kinder, Jugendliche und Menschen über 79 Jahre. © hil/aerzteblatt.de

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