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Medizinisches Ersteinschätzungs­verfahren SmED bewährt sich in Berlin

Mittwoch, 11. Dezember 2019

/dpa

Berlin – Das medizinische Ersteinschätzungsverfahren SmED, mit dessen Unterstützung seit April in der Leitstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin Beschwerden ab­gefragt und Patienten in die richtige Versorgung gelenkt werden, bewährt sich.

„Wir erproben seit mehr als acht Monaten das ab 2020 gesetzlich verpflichtende System und gehen nach Sichtung der ersten Zahlen davon aus, dass wir die Berliner Notaufnah­men bereits wirksam entlasten konnten und dies auch künftig tun werden“, sagte Burk­hard Ruppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV.

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Bei rund 17 Prozent der Anrufer kamen die Mitarbeiter der Leitstelle mit Hilfe von SmED zu dem Ergebnis, dass die „ärztliche Versorgung nicht eilt“. Diese Patienten erhielten mehr­heitlich ein Gespräch mit den Beratungsärzten der Leitstelle oder wurden auf ge­öffnete Praxen verwiesen.

Bei jedem zweiten Anrufer wurde eine „schnellstmögliche ärztliche Versorgung“ festge­stellt. Diesen Patienten wurde empfohlen, umgehend eine geöffnete Praxis aufzusuchen. Außerhalb der Sprechzeiten wurden die Anrufer an eine KV-Notdienstpraxis und – sofern diese geschlossen war – auf eine Notaufnahme verwiesen.

Für immobile Patienten er­folg­te ein Hausbesuch. Rund drei Prozent der Anrufer mussten als Notfälle umgehend an die Leitstelle der Feuerwehr weitergeleitet werden. Die häu­figsten Beschwerden der Anrufer waren Rücken- und Bauchschmerzen, Erbrechen­/Übel­keit und Fieber.

„Nach unserer derzeitigen Einschätzung konnten wir mithilfe von SmED die Qualität un­se­rer Leitstellenarbeit weiter verbessern. Die Software ist für uns ein wichtiger Bestand­teil, um den Patienten die richtige medizinische Versorgung empfehlen zu können“, sagte Ruppert.

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hatte die „strukturierte medi­zini­sche Ersteinschätzung in Deutschland“ (SmED) im Rahmen der geplanten Reform der Notfallversorgung vorgestellt. Es soll die Mitarbeiter an den geplanten zentralen Anlauf­stellen für Notfallpatienten dabei unterstützen, die Dringlichkeit einer Behandlung einzu­schätzen und den Patienten in die geeignete Versorgungsebene zu leiten.

SmED geht auf ein Modell aus der Schweiz zurück, das an deutsche Verhältnisse ange­passt wurde und zurzeit in mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) erprobt wird. Der Patient wird dabei nach einheitlichen Standards nach Symptomen, Vorerkrankungen und Risikofaktoren gefragt. Am Ende steht aber keine Diagnose, sondern eine Einschät­zung der Dringlichkeit der Behandlung.

Die Software soll ab Anfang 2020 in Berlin bei allen Anrufern mit akuten medizinischen Beschwerden angewendet werden. © hil/aerzteblatt.de

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