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Medizin

Cochrane-Review zur Sturzprävention bei MS-Patienten bescheinigt schlechte Evidenz

Mittwoch, 11. Dezember 2019

/toa555, stock.adobe.com
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Mailand – Stürzen Menschen mit Multipler Sklerose (MS), die Interventionen zur Sturzprävention erhalten, seltener als diejenigen, die keine Behandlung erhielten? Führen darüber hinaus verschiedene Arten von Sturzinterventionen zu unterschiedlichen Ergebnissen für Menschen mit MS? Die Evidenzbasis dazu sei nur gering, so das Fazit eines Cochrane-Reviews (2019; doi: 10.1002/14651858.CD012475.pub2).

Menschen mit MS haben laut den Wissenschaftlern ein 3-mal höheres Risiko für Stürze, verglichen mit Menschen ohne MS. Maßnahmen zur Verhinderung von Stürzen sind unter anderem Übungen, Medikamente, Operationen, Behandlung von Harninkontinenz, Flüssigkeits- oder Ernährungstherapie, psychologische Interventionen, technische Systeme und anderes.

Für den Review konnten die Wissenschaftler 13 Studien mit insgesamt 839 Teilnehmern auswerten. Die meisten verglichen eine Übungsmaßnahme mit „keiner Intervention“. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 52 Jahre (36 bis 62 Jahre). Der Anteil der weiblichen Teilnehmer reichte von 59 bis 85 %. Die Studien umfassten Menschen mit allen Arten von MS.

„Die Erkenntnisse über die Auswirkungen von Maßnahmen zur Verhinderung von Stürzen bei MS sind spärlich und unsicher“, schreiben die Forscher. Die Evidenzbasis zeige ein gemischtes Verzerrungsrisiko mit sehr geringer bis geringer Sicherheit der Beweise.

„Es gibt einige Hinweise auf Trainingsmaßnahmen zur Verbesserung der Gleichgewichts­funktion und Mobilität. Dies ist jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da diese sekundären Ergebnisse nicht nach den GRADE-Kriterien bewertet wurden und die Ergebnisse Daten aus einer kleinen Anzahl von Studien darstellen“, berichten die Review-Autoren.

Es lagen laut den Autoren keine Daten über die Ergebnisse der Lebensqualität im Vergleich der Studien- und Kontrollgruppen vor. Auch ein Vergleich verschiedener Interventions­maßnahmen war auf Basis der vorliegenden Daten nicht möglich. „Robuste randomisierte kontrollierte Studien zum Thema sind notwendig“, schreiben die Autoren abschließend. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #760811
krueppel66
am Donnerstag, 12. Dezember 2019, 11:56

Mit Training-Sport o. ä hat das nur geringfügig zu tun

Beispiel dazu unter www.ralfzioerjen.eu/bed-in/
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