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Politik

Tiefensee signalisiert Bereitschaft für mehr Medizinstudienplätze in Thüringen

Donnerstag, 12. Dezember 2019

/dpa

Jena – Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat Bereitschaft zur Aufstockung der Medizinstudienplätze signalisiert. „Voraussetzung ist aber, dass der Land­tag als Haushaltsgesetzgeber die dafür nötigen Mittel zusätzlich bereitstellt“, er­klärte Tiefensee heute. Er rückte damit von seiner bisher eher ablehnenden Haltung in dieser Frage ab.

Auch für eine vom Landesapothekerverband verlangte Erhöhung der Zahl der Pharma­ziestudienplätze zeigte sich Tiefensee offen. Die FDP hat dem Landtag einen Antrag auf Aufstockung vorgelegt. Aus Sicht des Ministers herrscht in Thüringen derzeit kein genereller Ärzte- oder Apothe­ker­­mangel. Allerdings könne das Ausscheiden älterer Hausärzte und die Neujustierung der Bundesregelungen für die Gründung von Arztpraxen zu einem erhöhten Bedarf an Ärzten führen.

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Als Folge dieser Neuregelung könnten sich in Thüringen nach früheren Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vom nächsten Jahr an 265 zusätzliche Ärzte und Psy­chotherapeuten niederlassen.

Noch im Juni hatte es vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digi­ta­le Gesellschaft geheißen, Thüringen biete im bundesweiten Vergleich bereits heute über­durchschnittlich viele Medizinstudienplätze an: Rund 2,5 Prozent der Einwohner Deutsch­lands lebten in Thüringen, rund 2,7 Prozent der Medizinstudienplätze an deutschen Hoch­schulen würden in Thüringen angeboten.

Dieser Argumentation erteilte im vergangenen Sommer ein Bündnis aus Kammer, Kassenärztlicher Vereinigung, Krankenhausgesellschaft und Kassen eine Absage. „In Thü­ringen besteht durch den im deutschlandweiten Vergleich deutlich höheren Anteil an äl­te­ren Menschen und die hohe Krankheitslast in der Bevölkerung ein deutlich höherer Be­darf an ärztlicher Versorgung“, hieß es aus dem Bündnis. Andere Bundesländer mit ähn­li­chen demografischen Konstellationen wie Sachsen oder Brandenburg hätten darauf be­reits reagiert.

Lan­des­ärz­te­kam­mer und Krankenhausgesellschaft Thüringen hatten heute erneut darauf gedrängt, mehr Medizinstudienplätze zu schaffen. Dies sei „alternativlos“, hieß es aus den beiden Organisationen heute.

„Zum einen, weil andere Bundesländer mit verschiedenen Instrumenten selbst entspre­chende Maßnahmen ergreifen und für ihren eigenen Nach­wuchs sorgen und diese Stu­dierenden nicht unbedingt zu uns nach Thüringen kommen werden“, sagte die Präsi­den­tin der Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen, Ellen Lundershausen. Zum anderen sei in den vergangenen Jahren der Anteil der Medizinstudierenden aus Thüringen an der Universität Jena kontinuierlich zurückgegangen.

„Darüber hinaus lässt die demografische Entwicklung für Thüringen bereits heute erken­nen, dass in den nächsten Jahren viele Ärzte ausscheiden und die Bevölkerung gerade in den ländlichen Gebieten überaltert und mehr Gesundheitsleistungen nachfragen werden,“ ergänzte Gundula Werner, Vorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen.

Beide Verbände sind sich einig, dass angehende Ärzte, die in Thüringen studieren und dort auch ihre Facharztweiterbildung absolvieren, für eine spätere ärztliche Tätigkeit in Thüringen gewonnen werden können. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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