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Politik

Neue Erhebung: Krankenhäusern fehlen mehr als 50.000 Pflegekräfte

Donnerstag, 12. Dezember 2019

/dpa

Berlin – In deutschen Krankenhäusern fehlen mehr als 50.000 Pflegekräfte. Das ist ein erstes Ergebnis der Erprobung eines Pflegepersonalbemessungsinstruments (PPBI), die derzeit vom Deutsche Pflegerat (DPR), der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Gewerkschaft Verdi vorgenommen wird.

„Eine genaue Zahl, wie viele Pflegekräfte im Krankenhaus fehlen, kann ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen“, sagte Andrea Lemke, Mitglied im Präsidium des DPR, gestern auf dem Fachtag „Praxis-Check Krankenhauspolitik“ des Katholischen Kran­kenhausverbands Deutschlands (kkvd) in Berlin.

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„Ich kann Ihnen nur sagen: Es sind viele.“ Der Deutsche Pflegerat habe immer erklärt, dass 50.000 Pflegekräfte in den Krankenhäusern fehlten. „Jetzt haben wir eine Summe, die noch darüber hinausgeht“, so Lemke.

Unter anderem als Reaktion auf die Einführung der Pflegepersonaluntergrenzen in ver­schiedenen Bereichen der Krankenhäuser haben sich DPR, DKG und Verdi zusammenge­funden, um mit dem PPBI ein anderes Instrument zur Bemessung des Pflegebedarfs zu erarbeiten. Das PPBI fußt dabei auf der sogenannten Pflege-Personalregelung (PPR), mit der in den 1990er-Jahren der Pflegebedarf gemessen wurde.

An 44 Krankenhäusern erprobt

Die PPR, die sich in die Dokumentation einer Grund- und einer spezialisierten Pflege auf­teilt, sei an die heutigen Gegebenheiten angepasst worden, erklärte Lemke. Im Bereich der Grundpflege habe sich dabei wenig geändert, während in der spezialisierten Pflege verschiedene Tätigkeiten hinzugekommen seien.

„Die Unterschiede zwischen der alten und der angepassten PPR liegen dabei zwischen acht und zehn Prozent, das heißt die PPR-Minuten haben sich seit den 1990er-Jahren um diesen Wert nach oben entwickelt“, erklärte Lemke. Im November sei das PPBI an 44 Kran­kenhäusern getestet worden. „Wir werden versuchen, das Produkt und die Auswer­tung Mitte Dezember an das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium zu schicken“, sagte Lemke.

Der Abteilungsleiter Gesundheitsversorgung im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG), Joachim Becker, erklärte dazu: „Wir erwarten das Pflegepersonalbemessungsinstrument von DKG, Deutschem Pflegerat und Verdi bis zum Ende dieses Jahres.“ Das Ergebnis werde „sehr ernsthaft“ in die weiteren Entwicklungen eingespeist. © fos/aerzteblatt.de

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