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Medizin

Schädel-Hirn-Trauma bei Obdachlosen häufig

Freitag, 13. Dezember 2019

/dpa

Vancouver – Obdachlose haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein deutlich höheres Risiko für traumatische Kopf-Hirn-Verletzungen. Das berichten Wissenschaftler um Jacob Stubbs vom British Columbia Mental Health and Substance Use Services Research Institute, Vancouver, im Fachmagazin The Lancet Public Health (DOI: 10.1016/S2468-2667(19)30188-4).

Die Autoren plädieren, dass Mitarbeiter des Gesundheitswesens ein stärkeres Bewusstsein für die Auswirkungen von Schädel-Hirn-Traumata (SHT) bei Obdachlosen haben sollten.

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Die Autoren analysierten für ihre Arbeit bestehende Studien aus sechs Ländern mit hohem Einkommen - Australien, Kanada, Japan, Südkorea, Großbritannien und den USA -, die Menschen jeden Alters umfassten, die entweder obdachlos waren, sich in instabilen Wohnsituationen befanden oder Dienstleistungen für Obdachlose aufsuchten. Sie untersuchten die Anzahl der neuen Fälle und der bestehenden Fälle von SHT sowie den Zusammenhang zwischen SHT und der Gesundheit der Betroffenen.

Die Ergebnisse deuten laut den Forschern darauf hin, dass jeder zweite Obdachlose ein SHT (53 Prozent) erlebt hat. Bei jedem vierten Obdachlosen war dieses „mäßig“ oder „schwer“. Ihre Ergebnisse deuten zudem daraufhin, dass SHT mit schlechterer selbstberichteter körperlicher und geistiger Gesundheit, erhöhtem Suizidrisiko, Gedächtnisproblemen, vermehrter Nutzung des Gesundheitswesens und höherer Beteiligung des Strafrechtssystems verbunden sind.

„Traumatische Hirnverletzungen können ein wichtiger Teil der komplexen gesundheitlichen Herausforderungen sein, mit denen Obdachlose konfrontiert sind. Unsere Arbeit betont, dass Angehörige der Gesundheitsberufe und Mitarbeiter an vorderster Front sich der Belastung durch SHT in dieser Bevölkerung bewusst sein sollten, und wie sie sich auf Gesundheit und Leben der Menschen auswirken“, sagte Stubbs.

„Die Beziehung zwischen Obdachlosigkeit und SHT könnte in beide Richtungen funktionieren - SHT könnten das Risiko von Obdachlosigkeit erhöhen und Obdachlosigkeit könnte das Risiko von SHT erhöhen. Wir brauchen ein besseres Verständnis dieser Beziehung, um das Problem anzugehen und die Ergebnisse in der obdachlosen und marginal untergebrachten Bevölkerung zu verbessern“, ergänzte Jehannine Austin vom British Columbia Mental Health and Substance Use Services Research Institute. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #555880
ziebur311265
am Freitag, 13. Dezember 2019, 19:20

SHT bei Obdachlosen häufiger

Wen wundert's? Sind sie doch allen Unbilden der nächtlichen Bevölkerung ausgesetzt!
Avatar #555880
ziebur311265
am Freitag, 13. Dezember 2019, 19:19

SHT bei Obdachlosen

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ziebur311265
am Freitag, 13. Dezember 2019, 19:19

SHT bei Obdachlosen

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