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Politik

Prognose: 1.000 Hausärzte fehlen Niedersachsen bis 2030

Freitag, 13. Dezember 2019

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Hannover – In Niedersachsen könnten einer Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) zufolge in zehn Jahren rund 1.000 Hausärzte fehlen – vor allem auf dem Land. „So weit wollen und dürfen wir es nicht kommen lassen“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Carola Reimann gestern.

Die SPD-Politikerin warb erneut für die Einführung einer Landarztquote. Das Land könne bis zu zehn Prozent der Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben, die sich ver­pflich­ten, nach Studium und Weiterbildung in unterversorgten Regionen im ländlichen Raum zu arbeiten. Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben eine entsprechende Quote laut Ministerium bereits eingeführt.

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Bei der Ärztekammer Niedersachsen stößt die Landarztquote auf Ablehnung. „Wenn ich eine Quote für Allgemeinmedizin schaffe, befördere ich einen Mangel bei anderen Diszi­plinen, die heute schon wenig von Studierenden gewählt werden“, erklärte die Präsiden­tin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker.

„Dann muss ich erklären, warum zum Beispiel Beatmungspatienten verlegt und Intensiv­stationen geschlossen werden müssen, weil keine Intensivmediziner und Notärzte mehr nachkommen“, sagte sie.

Als Antwort auf den drohenden Ärztemangel bieten das Land und die KVN schon jetzt eine Reihe von Maßnahmen an. So werden Studierende mit 400 Euro monatlich geför­dert, wenn sie zusagen, sich nach dem Studium in Allgemeinmedizin weiterzubilden und dann im ländlichen Raum Niedersachsens zu arbeiten.

Die Gründung oder Übernahme einer ärztlichen Niederlassung wird über die KVN mit bis zu 60.000 Euro gefördert – in Regionen, in denen eine Unterversorgung droht, sogar mit bis zu 70.000 Euro. Studierende, die ein Praktisches Jahr in einer niedersächsischen Hausarztpraxis absolvieren, können bis zu 2.400 Euro Förderung für das Jahr bekommen. © dpa/aerzteblatt.de

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