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Politik

Gematik plant Ausbau der elektronischen Patientenakte in vier Stufen

Donnerstag, 12. Dezember 2019

/Wax, stockadobecom

Berlin – Vertreter von Ärzteschaft, Industrie und Gematik sehen die Fortschritte auf dem Weg zur elektronischen Patientenakte (ePA) mit medizinischen Inhalten auf einem guten Weg. Gematik-Chef Markus Leyck Dieken beschrieb die Weiterentwicklung der ePA heute auf dem 13. Nationalen Qualitätskongress Gesundheit in Berlin in vier Schritten.

Zum Start am 1. Januar 2021 soll demnach eine erste Version eingeführt werden und da­mit erstmalig eine flächendeckende Digitalunterstützung der Arzt-Patientenbeziehung bieten. Die ePA soll dann auch erstmalig sektorübergreifend behandlungsrelevante Do­kumente verfügbar machen, erklärte der gematik-Chef.

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Ab Januar 2022 sollen dann weitere Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen hinzu­kommen, darunter die Pflegekräfte, Hebammen sowie Physiotherapeuten. Weitere Be­rufsgruppen wie beispielsweise Logopäden hat der Gesetzgeber bisher nicht vorgesehen, betonte Leyck Dieken.

Für Patienten soll es ab 2022 möglich sein, einen Vertreter zu benennen, der im Notfall die ePA betreut. Diese Regelung sei ein Teil des im Januar 2020 erwarteten Digitale Versor­gungs­gesetz II. Auch sollen dann das Übertragen von zusätzlichen Daten von den elektronischen Gesundheits­akten (eGA) oder von Krankenkassen in die ePA möglich sein.

Ab 2023 soll die ePA in ihrer dritten Ausbaustufe dann auch an die Forschung angebun­den werden und Daten entsprechend der Zustimmung der Patienten genutzt werden können.

„Für die vierte Ausbaustufe im Jahr 2024 müssen wir die Weichen schon kom­men­des Jahr stellen“, so Leyck Dieken: Mit der EU-Ratspräsidentschaft von Deutschland ab Juli 2021 wolle sich die Bundesregierung auch für grenzüberschreitende eHealth-Anwendungen einsetzen, die ab 2024 verfügbar sein sollen. Details zur datenrechtlichen Ausgestaltung werde auch das geplante Digitale-Versorgungs-Gesetz II enthalten.

Leuchtturmprojekte einbinden

Erneut warb Leyck Dieken dafür, dass all die digitalen Leuchtturmprojekte, die von Kassenärztlichen Vereinigungen sowie Krankenkassen aber auch der Industrie entwickelt wurden, in nationale Projekte integriert werden müssten. „Alle drei Akteure müssen künftig klar und offen mit uns reden, damit wir gemeinsam bundesweit Projekte an den Start bringen können.“

Klar müsse sein, dass „Fürstentümer“ nun ein Ende haben müssten. Er stimmte auch alle Beteiligten darauf ein, dass die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) regelmäßig erneuert und re­formiert werden müsse, die Interoperabilität dabei aber erhalten werden müsse.

Auch die Diskussion um die Löschung von Daten durch Patienten sei „längst parlamen­ta­risch diskutiert“ und müsse nicht jedes Mal wieder auf die Agenda gebracht werden. „Pa­tienten löschen die Daten bei sich auf dem Gerät, nicht in den Daten der Ärzte. Patienten haben auch ein Recht darauf, traumatisches zu vergessen und auch Fehldiagnosen zu lö­schen. Korrekturen müssen auch durch den Patienten möglich sein“, betonte Leyck Die­ken.

Diese Position teilt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nicht. Der KBV-Vor­stands­vorsitzende Andreas Gassen betonte, dass es zwar eine Hoheit der Patienten über die Daten gebe, aber auch Ärzte wissen müssen, was da möglicherweise gelöscht worden sei.

Vonseiten der KBV sei die Entwicklung der Medizinischen Informationsobjekte, kurz MIOs, derzeit gut im Zeitplan. „Wir halten die Fristen, bis Ende 2020 ist das alles fertig“, sagte Gassen. Die KBV wurde vom Gesetzgeber im Terminservice- und Versorgungsgesetz be­auftragt, die MIOs für den Impfpass, den Mutterpass, das Untersuchungsheft für Kinder sowie das Zahn-Bonusheft zu entwickeln.

Beim Impfpass sowie beim Zahn-Bonusheft seien die Arbeiten bereits fortgeschritten, 2020 sei dies fertig. Bei den komplexeren MIOs wie dem Mutterpass sowie beim U-Heft werde ein Start Ende 2020 geplant. Dabei habe man vor, dass für die Kodierung der me­di­zinischen Inhalte die Kodiersprache Snomed CT sowie für die technische Repräsenta­tion der FHIR-Standard benutzt werden sollte, so Gassen.

„Wir werden die vier MIOs liefern, so strukturiert wie kein anderer“, betonte Gassen. Dass nach dieser Entwicklung es aber weitergehe, war Leyck Dieken wichtig: „Wir sind bei der Digitalisierung erst beim ‚Gruß aus der Küche‘ angelangt. Es werden noch viele weitere Bestellungen folgen.“

Den Kritikern am Aufbau der TI warf Oliver Bruzek von der CompuGroup vor, zu verken­nen, dass mit dem Aufbau der Struktur ein sehr sicheres System geschaffen worden sei. „Wir haben hier weltweit das technologisch ausgereifsteste und sicherheitstechnisch beste Datennetz weltweit“, so Bruzek in Berlin. „Die, die jetzt noch Kritik äußern, wollen ihr Fax benutzen oder alles auf die EU-Ebene schieben, damit die nächsten 25 Jahre nichts passiert.“ © bee/aerzteblatt.de

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Avatar #672734
isnydoc
am Montag, 16. Dezember 2019, 18:39

Simpel nach GG Art. 5

Meinungsfreiheit ist unabhängig von Quellenverzeichnissen oder Zahlenangaben, benötigt auch nicht unbedingt KI, kann man lesen und nach Gusto "bedenken", ob man in einen Meinungsaustausch einsteigen will, der argumentativ überzeugt.
Avatar #760158
wilhem
am Montag, 16. Dezember 2019, 12:51

???

Keine Quellen, keine Kostenangaben, ergo keine validen Angaben...nur "Dagegensein" wird nicht helfen...simple Meinungsmache...
Avatar #672734
isnydoc
am Montag, 16. Dezember 2019, 12:46

Was Kritik oder andere Standpunkte angeht

Hier hat sich jemand an einer Kosten-Nutzen-Analyse versucht:
https://www.facebook.com/download/preview/453469932218923
Daraus dies:
"Es gibt nicht eine Anwendung der Telematik, die Ärzten einen Vorteil bringt. In der Tabelle sind die untersuchten Anwendungen mit den Bewertungen ..."
Lesenswert ... allerdings nur mit fb-Zugang möglich.
LNS

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