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Bayern startet Kampagne zu Organ- und Gewebespenden

Montag, 16. Dezember 2019

/dpa

München – Mit Infokampagnen und einem Kunstwettbewerb für Schüler will das bayeri­sche Ge­sund­heits­mi­nis­terium weiter für Organspenden werben. „Obwohl eine große Mehrheit der Bevölkerung der Organspende grundsätzlich positiv gegenübersteht, besitzt nur rund ein Drittel der Deutschen einen Organspende-Ausweis“, sagte Ministerin Melanie Huml. Die Menschen sollten sich mit dem Thema befassen. „Denn wer zu Lebzeiten für Klarheit sorgt, nimmt seinen Angehörigen die Last einer Entscheidung in schweren Stun­den“, sagte die CSU-Politikerin.

Zuletzt war die Zahl der Organspender im Freistaat leicht gestiegen. Von Januar bis Ende November gab es nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation 126 Or­gan­spender – sechs mehr als im gleichen Zeitraum 2018. „Allerdings warten aktuell etwa 1.350 Menschen in Bayern auf ein lebenswichtiges Spenderorgan“, machte Huml deutlich.

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„Deshalb ist es wichtig, dass sich mehr Menschen für einen Organspende-Ausweis ent­schei­­den.“ Mit so einem Ausweis kann jeder regeln, ob beziehungsweise unter welchen Umständen nach einem Hirntod welche Organe an Kranke gespendet werden sollen.

Bisher sind Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärter Zustimmung erlaubt. Im Bun­destag soll Anfang des kommenden Jahres über eine Neuregelung der Organspende ab­ge­­stimmt werden. Eine Abgeordnetengruppe um Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) strebt eine „doppelte Widerspruchslösung“ an. Demnach sollen alle Volljährigen als Organspender gelten. Man soll dazu aber später Nein sagen können. Dagegen wenden sich unter anderem die beiden Kirchen.

Schon lange wird eine zu niedrige Zahl an Organspendern bemängelt – nicht zuletzt in­folge von Skandalen bei der Vergabe der gespendeten Organe waren die Zahlen gesun­ken. Zum 1. April dieses Jahres war das Transplantationsgesetz geändert worden. Unter anderem gibt es Regeln zur Freistellung sogenannter Transplantationsbeauftragter.

Vorbild für die Freistellung war laut Ministerium Bayern, wo eine solche Regelung seit 2017 gilt. Demnach werden die Beauftragten von anderen Aufgaben entbunden und ha­ben im „oft dicht gefüllten Klinikalltag ausreichend Zeit für ihre Arbeit zur Verfügung“. „Hinzu kommt eine höhere Vergütung der Organentnahme für die Krankenhäuser“, sagte die Ministerin. Sie sei zuversichtlich, dass diese Änderungen „mittelfristig zu einer Steige­rung der Organspendezahlen führen“.

Dennoch bleibe die Aufklärung der Bevölkerung über Organspende und Transplantation eine Daueraufgabe der Staatsregierung. „Beispiele sind unsere Schülerseminare und Leh­rerfortbildungen sowie Fortbildungen für ärztliches und pflegerisches Fachpersonal“, sagte Huml.

10.000 Exemplare eines von ihrem Haus mitgestalteten Magazins zur Organ- und Ge­we­be­spende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden die Tage an allen 184 Entnahmekrankenhäusern im Freistaat verteilt. Bis zum 6. März laufe zudem ein Kunstwettbewerb für Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 12 an allen bayerischen Gym­na­sien. Und voraussichtlich im Juli soll die 20. Jahrestagung der bayerischen Transplantati­ons­beauftragten stattfinden.

Der Ministeriumssprecher nannte als weitere Gründe für niedrige Organspendezahlen die zunehmend mehr Arbeit an den Entnahmekrankenhäusern. Es sei davon auszugehen, dass das Thema deshalb nicht genügend Aufmerksamkeit bekomme.

Ein Sprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft sagte, hinzu kämen mangelnde Erfahrung und Routinen. In vielen Krankenhäusern gebe es gerade ein- bis zweimal im Jahr eine Organspende. Hier sei es wichtig, dass die Kliniken Hilfe von erfahrenen Kollegen anfordern können, etwa für Gespräche mit Angehörigen des hirntoten Patienten.

Auch er erwartet durch die neuen gesetzlichen Regelungen eine Verbesserung der Situation, vor allem durch eine klare Finanzierung der Transplantationsbeauftragten. „Das kommt im wahrsten Sinne ihrem Wert und der Beachtung ihrer Arbeit zugute.“ © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #738234
Günther Binnewies
am Mittwoch, 18. Dezember 2019, 11:18

Menschenbild ?????

Der Medizin mangelt es am Menschenbild.
DÄB 1998 noch die Frage: „Brauchen wir ein neues Menschenbild?“ BÄB 2015: Varia „Braucht die Medizin ein Menschenbild?“
Vielleicht sollte man sich endlich mal entscheiden!!!
Avatar #803313
inge hamel
am Dienstag, 17. Dezember 2019, 10:02

Organspende

Es kann nicht das Hauptziel sein, mehr Spender zu gewinnen. In erster Linie muss hier die Information über den Vorgang stehen. Es wird ein Sterbender ausgeschlachtet, nicht ein Toter. Die Bezeichnung Hirntod lässt ausser acht, dass der Mensch noch lebt und im Sterben liegt. Der Deutsche Ethikrat hat zugegeben, wenn er den Vorgang wirklich schildern würde, dass es dann noch viel weniger Spender gäbe. Also bitte mehr Ehrlichkeit, dann habe ich vor jedem Spender den höchsten Respekt
LNS

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