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Bundesinstitut warnt vor Verschlucken von E-Zigaretten-Liquids

Montag, 16. Dezember 2019

picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Berlin – Nach Hunderten Notrufen wegen Vergiftung durch sogenannte Liquids von E-Zigaretten mahnen Experten eine kindersichere Aufbewahrung an. In Deutschland habe es von Januar 2015 bis Februar diesen Jahres 851 Vergiftungen oder entsprechende Verdachtsfälle im Zusammenhang mit E-Zigaretten gegeben, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) unter Verweis auf eine Studie zu Anfragen an Giftinformations­zentren mit. In 82 Prozent der Fälle hatten Menschen versehentlich Liquids verschluckt, häufig seien Kleinkinder betroffen.

Das in den meisten Liquids enthaltene Nikotin könne schon in geringen Mengen zu deutlichen Beschwerden wie starkem Erbrechen führen, schreibt das Bundesinstitut. „Bei der Aufnahme größerer Mengen von Nikotin kann es zu lebensbedrohlichen Vergiftungs­erscheinungen kommen.“ Liquids sollten daher immer in dafür geeigneten, etikettierten Behältnissen mit kindergesichertem Verschluss aufbewahrt werden, mahnte das BfR.

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Es gab laut BfR auch einen kleineren Anteil (acht Prozent) von Notrufen, der auf das Dampfen von E-Zigaretten zurückzuführen war. Eine detaillierte Auswertung von 11 solcher Fälle zeigt: Grund für den Notruf waren hierbei meist leichte Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel, wie das BfR auf Nachfrage mitteilte. Es gab keine Auskunft darüber, ob es sich in diesen Fällen um selbst gemischte Liquids gehandelt hatte.

Mögliche Gesundheitsschäden durch E-Zigaretten werden nicht zuletzt wegen der mysteriösen Lungenerkrankungen in den USA besonders beobachtet. Dort sind laut US-Gesundheitsbehörde CDC 52 Menschen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten gestorben, 2409 wurden im Krankenhaus behandelt (Stand: 10. Dezember). Als Ursache wird ein aus Vitamin E gewonnenes Öl vermutet. Vergleichbare Fälle mit schweren Atembeschwerden oder Lungenschäden seien dem BfR in Deutschland bislang nicht berichtet worden, hieß es. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #763956
dubito
am Montag, 16. Dezember 2019, 20:44

Korrektur

In der 4. Zeile muss es natürlich heißen:
20 mg Nikotin pro ml
Avatar #763956
dubito
am Montag, 16. Dezember 2019, 19:20

Eine obsolete Studie

Wie in diesem Artikel auch berichtet, ging es bei der Befragung um Zahlen, die ab 2015 erhoben wurden - somit lange vor Umsetzung der TPD2. Wurden bis dahin Nikotinflüssigkeiten mit bis zu 72 mg Nikotin pro ml in normalen Literflaschen käuflich, verlangt das deutsche Recht seit Mai 2016 verpflichtend, dass Nikotin-Flüssigkeiten maximal 20 ml Nikotin pro ml enthalten, in Flaschen einer Größe von maximal 10 ml abgegeben werden und zudem einen kindersicheren Verschluss haben.
Es darf also stark bezweifelt werden, dass die den Giftnotrufzentralen von besorgten Eltern berichteten Unfälle tatsächlich auf den Umgang mit Nikotin-Liquids aus den letzten Jahren zurückzuführen ist. Die Studie des BfR ist angesichts der aktuellen Bedingungen schlicht obsolet; eine ausgesprochene "Warnung" ist somit offenbar rein politisch motiviert und wissenschaftlich äußerst fraglich.
LNS
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