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Politik

Berlin will gegen Leiharbeit in der Pflege vorgehen

Montag, 16. Dezember 2019

Eine Pflegerin begleitet eine ältere Dame über den Flur eines Krankenhauses. /dpa
/dpa

Berlin – Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci will Maßnahmen gegen die zunehmende Leiharbeit in der Pflegebranche ergreifen. „Die Entwicklung der Leiharbeit in der Pflege in Berlin gibt inzwischen Anlass zur Sorge“, erklärte sie heute. „Die Krankenhäuser beklagen, dass Pflegepersonal insbesondere im intensivmedizinischen Bereich von den Leasingfirmen gezielt abgeworben wird.“ Als Folge verschlechterten sich die Arbeits­bedingungen für festangestellte Pflegekräfte und deren Belastung nehme zu.

Problematisch sei das Phänomen sowohl aus gesundheits- als auch aus pflegepolitischer Sicht. „Pflegekräfte, die die Strukturen und Prozesse der Station eines Krankenhauses oder einer Pflegeeinrichtung nicht kennen, gefährden die Patientensicherheit und die Pflegequalität“, so Kalayci.

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Für Pflegekräfte sei die Zeitarbeit hingegen attraktiv, weil die Pflegekräfte von den Zeitarbeitsfirmen häufig höher vergütet würden und sie sich ihre Arbeitszeiten aussuchen könnten. So hätten sie die Möglichkeit, weniger Nachtschichten und weniger Wochenendarbeit zu absolvieren.

Berlin will Bundesratsinitiative anstoßen

Gemeinsam mit anderen Akteuren der Berliner Gesundheits- und Pflegebranche will Kalayci unter anderem eine Bundesratsinitiative zur generellen Unterbindung der Leiharbeit im Pflege- und Krankenhausbereich anstoßen sowie ein Gutachten zur Prüfung der Auswir­kungen der Leiharbeit auf die Pflegequalität und die Versorgungssicherheit bei der Charité in Auftrag geben.

Die Initiative unterstützen unter anderem die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG), der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Charité, Vivantes und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa).

Leiharbeit raubt den Heimen und Pflegediensten dringend benötigtes Personal und macht die Pflege unnötig teuer. Alexander Waldow, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste

„Aufgrund des großen Mangels an Pflegepersonal müssen Kliniken zunehmend auf Leasingkräfte zurückgreifen, die sich im jeweiligen Krankenhaus nicht auskennen und weder mit Strukturen noch mit Kollegen vertraut sind“, erklärte der Geschäftsführer der BKG, Marc Schreiner. Kliniken zahlten Millionen an Personaldienstleister statt direkt für Pflegekräfte und für die Verbesserung in der Versorgung. Deswegen sei eine enge prozentuale Begrenzung und starke Eindämmung der Leiharbeit in Krankenhäusern dringend geboten – Hand in Hand mit Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

„Leiharbeit raubt den Heimen und Pflegediensten dringend benötigtes Personal und macht die Pflege unnötig teuer“, sagte der Vorsitzende der Landesgruppe Berlin des bpa, Alexander Waldow. „Sie ist keine Lösung für den Fachkräftemangel, sondern Teil des Problems. Deshalb haben wir uns mehrfach für ein Verbot der Leiharbeit in der Pflege ausgesprochen und begrüßen den gemeinsamen Vorstoß hier in Berlin.“ Wichtig sei jetzt, dass die Kranken­kassen eine Umsetzung konstruktiv begleiteten und die Pflegeanbieter nicht im Regen stehen ließen. © fos/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #783832
Nataliemueller
am Freitag, 27. Dezember 2019, 03:32

Weckruf zur Veränderung

Ich finde, dieses Verbot zeigt nur, wie sehr sich dagegen gewehrt wird, Pflegekräften bessere Arbeitsbedingungen zu erschaffen.
Avatar #789164
Chriswe
am Dienstag, 17. Dezember 2019, 09:40

Leiharbeit

Dann zahlt doch endlich vernünftig!! Intensiv 27 Betten, Traumazentrum,volle Stelle 2000€ netto inklusive 5 Nachtdienste...

Zeitarbeit
Volle Stelle, 5 Nächte, kein traumazentrum
3700-4200€ netto

Beides Steuerklasse 1


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