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Politik

Schleswig-Holstein: Deutscher Pflegerat kritisiert Beschluss zur Pflegekammer

Montag, 16. Dezember 2019

Berlin – Der Deutsche Pflegerat hat die mit der Millionenspritze verbundene Urabstimmung über den Bestand der Pflegekammer in Schleswig-Holstein als an Erpressung grenzend kritisiert. „Der von der Koalition im Landtag beschlossene Antrag schwächt die berufliche Pflege in Schleswig-Holstein und ihre Vertretung in der Pflegeberufekammer des Landes“, sagte der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, am Montag in Berlin. Die Landesregierung müsse sich vor die gut funktionierende Kammer stellen. „Eine Aufwertung der Profession Pflege und die Wertschätzung ihr gegenüber sieht anders aus.“

Die Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und FDP hatten am 10. Dezember drei Millionen Euro zugesagt. Bereits am 11. Dezember beschloss der Landtag im Rahmen der Verabschiedung des Haushaltes 2020 die Anschubfinanzierung. Mit der Millionenspritze des Landes ist aber eine Urabstimmung über den Bestand oder die Abschaffung der Kammer im ersten Quartal 2021 verbunden.

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Nach Ansicht der Präsidentin der schleswig-holsteinischen Pflegeberufekammer, Patricia Drube, wären für eine faire Beurteilung, was die junge Kammer tatsächlich für ihre Mitglieder und die Pflege leiste, zwei Jahre notwendig. Die Pflegeberufekammer wurde erst im April 2018 gegründet. Sie hat 28 000 registrierte Pflichtmitglieder. © dpa/aerzteblatt.de

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kay.christophersen@gmx.de
am Dienstag, 17. Dezember 2019, 20:40

Kein Hintergrundwissen

Aus diesem Bericht geht eine eklatante Unwissenheit des Herrn Wagners hervor, in dem er von "gut funktionierender Kammer" spricht. Abgesehen von dem rüden Umgangston gegenüber der Zwangsmitglieder, denen schon durch den Errichtungsausschuss der Kammer die Professionalität abgesprochen wird, fällt die PBK in SH dadurch auf, dass sie ihre Zwangsmitglieder nicht ausreichend informiert. Die Kommunikation ist desolat, Anfragen werden gar nicht oder nach mehreren Wochen beantwortet, oftmals nicht erschöpfend. Eine Präsidentin, die ihre Zwangsmitglieder öffentlich der Falschaussage bezichtigt und ständig den Protest herunter bricht auf mangelnde Information der Demonstrierenden, die uns unterstellt, wir wären aufgehetzt oder diskutieren unsachlich, sollte sich einmal fragen, wie sie denn das Vertrauen der Zwangsmitglieder erlangen will, wenn sie diese ständig beschimpft. Nun erfolgt endlich eine demokratische Abstimmung, und es sollte klar sein, wenn Steuergelder bereitgestellt werden, dass dieses immer an Auflagen geknüpft ist, das gebietet schon die Tatsache, dass es das Geld der Allgemeinheit ist. Über den tatsächlichen Nutzen der PBK ist schon viel geschrieben worden, für die betroffenen Pflegekräfte ist er nicht vorhanden, das wird auf den vielen Mahnwachen und Demonstrationen auch sachlich begründet. Wenn sich hie schon ein Bundesvorsitzender einer großen Organisation, die nicht unbedingt die tatsächlichen Interessen von Pflegefachkräften so weit aus dem Fenster lehnt, ohne mal vor Ort die tatsächlichen Zustände erfast zu haben, ist das sehr bedenklich. Wir laden sie ein, auf eine unserer Veranstaltungen, die nächste ist am 6.1.2020 in Neumünster um 15.00 Uhr mal das Gespräch mit den Pflegekräften zu suchen um auch mal unsere Ansichten über die PBK zu erfahren.
LNS

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