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Medizin

Hohe Preise in den USA fördern Schwarzmarkt und Medikamentenspenden bei Diabetikern

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Onlineshop-Apps auf einem Smartphone /prima91, stock.adobe.com
/prima91, stock.adobe.com

Salt Lake City – Die hohen Arzneimittelpreise führen dazu, dass sich in den USA immer mehr Diabetiker ihre Medikamente unter der Hand besorgen. Laut einer Umfrage im Journal of Diabetes Science and Technology (2019; doi: 10.1177/1932296819888215) hat schon jeder 2. einmal Medikamente auf „Second-Hand“-Märkten erworben oder auch angeboten.

Die Preise für moderne Insulinanaloga haben sich in den USA in den letzten Jahren verdoppelt. Für einen Monatsvorrat werden knapp 500 US-Dollar verlangt. Hinzu kommen noch einmal die Kosten für die Blutzuckertests, die die Patienten regelmäßig durchführen müssen. Nicht alle sind in der glücklichen Situation, dass ihre private Kran­ken­ver­siche­rung die Kosten übernimmt.

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Viele schauen deshalb, ob sie bei Ebay oder anderen Second-Hand-Märkten ein Schnäppchen machen können. Oder sie hoffen, dass ihnen über die sozialen Medien jemand Material zur Verfügung stellt, das er oder sie nicht mehr benötigt. Viele Patienten, die ausreichend versorgt sind, spenden das, was sie nicht mehr benötigen.

In einer Onlineumfrage unter 159 Diabetikern oder ihren Betreuern gaben 56 % an, dass sie schon einmal Medikamente gespendet hätten, 34 % hatten schon einmal Spenden erhalten, 24 % hatten Medikamente oder Teststreifen zum Kauf angeboten und 15 % gekauft. Viele der Antwortenden hatten an mehr als einer Transaktion teilgenommen.

Die Umfrage, die Michelle Litchman von der Universität von Utah in Salt Lake City durchgeführt hat, ist nicht repräsentativ. Geantwortet haben vermutlich vor allem Personen, die auf den Second-Hand-Handel angewiesen sind oder zumindest ein Problembewusstsein haben.

Auffallend ist, dass es sich häufig nicht um sozioökonomisch benachteiligte Personen handelte. Die meisten waren gebildet, hatten ein überdurchschnittliches Einkommen: Etwa die Hälfte (72 Personen) bezifferten ihr Jahreseinkommen auf 25.000 bis 100.000 US-Dollar, bei 50 lag es sogar noch darüber.

Trotzdem meinte die Hälfte, dass sie sich vor allem aus wirtschaftlichen Gründen am Schwarzhandel beteilige. Einige gaben auch bürokratische Hürden als Motivation an. Sie mussten etwa die Zeit überbrücken, bis ihre Anträge bei der Versicherung bewilligt wurden. Angst, dass sie minderwertige Ware erhalten, hatten die meisten offenbar nicht. © rme/aerzteblatt.de

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