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Pneumologen und Psychologen für unverzügliches Werbeverbot für E-Zigaretten

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Außenwerbung für den Tabakerhitzer IQOS /Eberhard Hahne
Außenwerbung für E-Zigaretten und Tabakerhitzer will die CDU/CSU-Bundestagsfraktion erst mit einigen Jahren Verzögerung verbieten. /Eberhard Hahne

Berlin – Erste Langzeitergebnisse zum Konsum von E-Zigaretten haben die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) dazu veranlasst, von der Bundesregierung unverzüglich ein umfassendes Werbeverbot zu fordern. Der aktuelle Beschluss der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sei „nicht akzeptabel“.

Demnach soll im Frühjahr 2020 ein Werbeverbot auf Außenflächen wie Plakatwänden für herkömmliche Tabakprodukte ab 2022 beschlossen werden. Für Tabakerhitzer soll das Verbot ab 2023, für E-Zigaretten erst ab 2024 gelten.

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„Diese langfristigen und gestaffelten Übergangszeiten bis zum Inkrafttreten der Werbe­verbote sind für uns als Fachgesellschaft unverständlich und nicht akzeptabel, besonders bei der jetzt offenkundigen erheblichen Gesundheitsschädlichkeit von E-Zigaretten“, sagte Michael Pfeifer, Präsident der DGP.

Ein Team um Stanton Glantz von der Universität von Kalifornien in San Francisco hatte herausgefunden, dass Anwender von E-Zigaretten, die bei einer Befragung 2013/14 noch keine Atemwegserkrankungen angegeben hatten, diese in den Folgejahren bis 2016 häu­fi­ger angaben als Nicht-Anwender von E-Zigaretten.

Das Risiko war aber geringer als für Raucher von Tabakzigaretten. 167 von 1.116 aktu­ellen E-Zigaretten-Konsumenten berichteten über Atemwegserkrankungen; bei den Zi­garettenrauchern waren es 660 von 1.114.

E-Zigaretten: Erste Hinweise auf chronische Lungenschäden

San Francisco – Anwender von E-Zigaretten erkranken auf Dauer häufiger an chronischen Lungenerkrankungen. Zu diesem Ergebnis kommt erstmals eine Langzeituntersuchung im American Journal of Preventive Medicine (2018; DOI: 10.1016/j.amepre.2019.07.028). Die Annahme konnte sich bisher nur auf Querschnittstudien stützen. In der Studie kam auch heraus, dass nur wenige Tabakraucher vollständig auf

Aus den Ergebnissen schlussfolgerte Glantz zudem, dass die Ri­siken von E-Zigaretten und Tabakzigaretten (Dual-Use) sich vermutlich verstärken. „Bei Zigarettenrauchern, die gleich­zeitig E-Zigaretten konsumieren, verdreifacht sich das Risiko im Vergleich mit Nie­rauchern und Niedampfern“, erklärte Robert Loddenkemper als Vertreter der DGP.

Das geplante Vorgehen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion würde „der Industrie im Falle von E-Zigaretten noch ganze vier Jahre lang erlauben, ihre süchtig und krank machenden Produkte anzupreisen“, warnte Pfeifer. Wie auch die Grünen fordert die DGP deshalb dring­lich von der Politik, das Werbeverbot auch für E-Zigaretten ohne lange Übergangs­zeiten möglichst zeitnah umzusetzen.

Diesem Anliegen schließt sich jetzt auch der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) an. „Es muss sofort und umfassend verhindert werden, dass Kin­der, Jugendliche und junge Erwachsene durch Tabakwerbung zu einer schwerwiegenden Sucht mit tödlichen Folgeerkrankungen animiert werden“, sagte BDP-Expertin Susanne Berwanger. Zudem sollten die im Entwurf der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vorgesehe­nen Ausnahmeregelungen, die nur der Industrie gefallen dürften, weitestgehend ent­fallen, ergänzt die DGP. © gie/aerzteblatt.de

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Avatar #787199
Florimike
am Samstag, 4. Januar 2020, 19:03

E-Zigaretten

Hallo erst einmal zusammen.
Jeder weiß, was für sich das Beste ist und wir wissen alle, was uns krank machen kann. In unserem Land wird fast alles nur noch als gesundheitlich gehalten. Wir werden nur noch kontrolliert, beobachtet, verurteilt, ohne sich wirklich erst einmal eine Meinung gebildet zu haben. Es wir gesetzlich festgehalten, was wir nur noch machen und lassen sollen. Das Zigaretten, egal welche Art diese auch sind nicht gerade gesund sind, wissen wir eigentlich alle und dafür wurde vom Staat ja auch Schutzbereiche gesetzlich eingerichtet. Aber über Alkoholismus wird immer mal etwas, so wie ein Tropfen auf dem heißen Stein geredet. Das diese Sucht, den Kassen Millionen an Behandlungs-Reha und Medikamenten kostet ist doch dann egal. Ich möchte die Getränke nicht schlecht machen, aber an diese Getränkt kommt jeder genauso schnell, oder sogar noch schneller dran, als an Zigaretten. Da ist das Alter meistens niedriger als beim Rauchen, wo der erste Kontakt schon im Alter bei einer Zahl des Jahres beginnt, wo das Kind noch keine 10 Jahre erreicht hat. Aber das Nervengift ist ja nicht so gefährlich! Kurz bevor ich noch einmal zur E-Zigarette komme, möchte ich eine Anmerkung dazu machen. Wenn ich besoffen bin und fahre Auto, kann ich Menschen schwer verletzen und sogar töten. Die Kosten der Behandlungen und für die eventuellen Beerdigungen sind auch enorm hoch. Damit kann man Familien bei einem Unfall komplett ausrotten. Da spricht keiner drüber oder wird ein riesiges Fass aufgemacht. Nein, da wird bei der Werbung vor der Formel 1 für Alkohol geworben. Super Erziehungsmethoden. Wenn ich alleine mit einer E-Zigarette im Auto sitze, gefährde ich mich (eventuell), aber keine anderen, der vor mir fährt, geht oder läuft!
Ich wollte erst gar nicht so viel dazu schreiben, aber irgendwie reicht es mir langsam, dass immer irgendeine Intuition, Gesellschaft, Politik, und eben Ärzte, Wissenschaftler und Therapeuten sich in das Privatleben der Menschen einmischen, ohne vor der eigenen Haustüre erst einmal kräftig zu kehren und aufzuräumen! Wir haben eben eine Demokratie, wenn dann auch alle dazu seine Meinung sagen und treffen dürfen, die auch akzeptiert wurden muss, wenn es nichts unmenschliche ist. Die Politik, bzw. der Staat verdient aber gut mit den Steuern, die auf Sachen draufgesetzt wurden über Milliarden im Jahr. Der Mensch selber ist doch ehrlich gar nicht gemeint, dass man ihn schützen will. Es geht zu 90% nur um Profite, Geld, Macht und Bestimmungen.
E-Zigaretten schaden natürlich die Konzerne der Tabakindustrie und natürlich die Staatseinnahmen. Wie oft habe ich in den letzten Jahrzehnte oft gelesen, wie Wissenschaftler geschmiert wurden um falsche Studien rauszubringen. Aber so etwas bleibt ja auch straffrei. Es war ja kein kleiner Bürger, der wäre wegen Urkundenfälschung oder Profitgier verurteilt worden.
Also, wir leben immer noch in einem demokratischen Rechtsstaat und im Grundgesetz steht im ersten Paragraph, die Würde des Menschen ist unantastbar........sowie es auch immer heißt, jeder ist gleich vor Gericht.
Solange es wirklich nicht für die Menschen wirklich unvoreingenommene Studien, Hilfe oder wirklich ernste Vorsorgemaßnahmen und Behandlungen gibt, und der Staat, bzw. die Politiker es wirklich ernst für uns meinen und auch Gelder dafür locker machen, anstatt Milliarden für die Auto Maut in den Sand zu setzen oder andere Ausgaben die in der schwarzen Liste stehen. Da sollte jeder meiner Meinung den Weg solange so weiter gehen, solange er keine Anderen schädigt, verletzt oder tötet. Da gibt es heute auch Vorsorgemaßnahmen und der eigene Verstand, wie man seine Mitmenschen nicht schädigt. Der erste Gedanke soll den kleinsten Erdenbürger gehören. Das ist meine Meinung zu dem Thema.
Ich wünsche allen nur das Beste und tut das, was Ihr für eure Familie gesundheitlich, gewaltfrei und mit Liebe tun könnt. Wir sind immer noch Menschen und keine Marionetten anderer Menschen, Pharmaunternehmen, Politiker und Gutachter die unser Leben bestimmen wollen, um ihre Profitgier zu stillen.
Avatar #114602
Brech
am Donnerstag, 19. Dezember 2019, 20:25

E- Zigaretten

Das ist ja nicht zu fassen. Inhalationen von Nikotin sind schädlich?
Das weiß man doch seit Jahrzehnten, aber -Zigaretten stinken nicht so und sind daher eine Entlastung für sensible Nichtrauchernasen.
Avatar #767798
Cryonix
am Donnerstag, 19. Dezember 2019, 16:36

Viel Rauch um Nichts

Prof. Dr. Loddenkemper möge sich doch die Glantz Studie von Frau Dr. Ute Mons vom DKFZ - welches wahrlich kein Freund der E-Zigarette ist - erklären lassen. Sie kommt neben Daniel Kotz, Professor für Suchtforschung und klinische Epidemiologie am Uniklinikum Düsseldorf in der ZEIT (1) zu Wort.

"Die Studie hat gravierende methodische Mängel - Ihre Schlussfolgerungen seien falsch."

Mons und Kotz kritisieren, dass die Ergebnisse und die Berichterstattung über die Studie irreführend seien und wissenschaftliche Standards nicht eingehalten worden wären. "Tabakraucherinnen und Raucher sollten [...] sich nicht verunsichern lassen: E-Zigaretten sind nach wie vor wesentlich weniger schädlich als Tabak und helfen bei der Tabakentwöhnung."

---------------------------------------
(1) https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-12/e-zigaretten-rauchen-studie-lungenerkrankungen-risiko-wissenschaftler
Avatar #715180
DrSchnitzler
am Donnerstag, 19. Dezember 2019, 00:06

... Wahrheit und Klarheit: E-Zigaretten REDUZIEREN das Lungenrisiko

Jedem seine Meinung. Aber man muss doch bezüglich der Gründe bei der WAHRHEIT bleiben! Oder will die DGP etwa in bester Trumpesker Manier ERNSTHAFT "alternative Fakten" verbreiten?
1.
E-Zigaretten REDUZIEREN das Risiko für chronische Lungenkrankheiten bei Rauchern um ACHTZIG PROZENT (1a). Genau das ist die tatsächliche Kernausssage der PATH-Studie (1b, 2):
- Zigarettenraucher haben ein 160% erhöhtes Risiko für COPD (RR 2,6)
- "Dampfer" haben dagegen (wenn überhaupt, s.u.) lediglich ein 30%iges Risiko.
2.
(Hier untersuchte) Dampfer sind praktisch ausnahmslos ehemalige Raucher. Es ist vielmehr plausibel, dass gerade "kränkere" Raucher vermehrt auf "Dampfen" umsteigen. Auf diese signifikante "reverse Kausalität" wurde sogar in der Studie selbst ausdrücklich hingewiesen (2, Tabelle 4) sowie vom DKFZ ausdrücklich bestätigt: "Es gibt keinen klaren Beleg für die Aussage der Studie, dass E-Zigaretten schwere Lungenerkrankungen verursachen." (3).
3.
Es ist absolut nicht plausibel, dass binnen 3 Jahren (!) "chronische Lungenkrankheiten" wie COPD neu entstehen sollen (4), noch dazu mittels einer um mindestens den Faktor 100 geringer schädlichen Exposition. Das ist grober Unfug, und Pneumologen MÜSSEN das wissen!
GANZ IM GEGENTEIL ergab eine prospektive klinische Langzeitstudie an Nichtrauchern (5), dass binnen 3,5 Jahren gerade KEINE negativen Auswirkungen auftraten.
4.
Die Angabe, "dual use" ERHÖHE das Risiko, ist völlig unplausibel: man widerlege bitte die Aussage, dass ein aufhörwilliger Raucher bei "seinem" Nikotinbedarf BLEIBT, und ihn nicht etwa plötzlich erhöht. Das Risiko ist also GERINGER, je weniger er raucht. Die Angabe einer Erhöhung ist somit FREI ERFUNDEN, liebe Herren Professoren Glantz & Loddenkämper!
5.
Ebenjener Stanton Glantz hatte im Sommer des Jahres auf Basis derselben Daten bereits die Falschmeldung verbreitet, Dampfen verursache Herzinfarkte. Eine Nachanalyse ergab, dass diese Ereignisse im Mittel 10 Jahre VOR BEGINN des Dampfens auftraten (6). GANZ IM GEGENTEIL ergab eine aktuelle prospektive klinische Studie (7) einen kardiovaskulären BENEFIT des Umstiegs.

BITTE BLEIBEN SIE BEI DER WAHRHEIT !!!

Es ist beschämend, dass die DGP derart reflexartig und völlig unreflektiert nach jedem noch so dünnen Strohhalm greift, um absurde Positionen zu stützen. Mit allem gebotenen Respekt, aber was bitte steckt WIRKLICH dahinter?

Der ständige Hinweis auf "zugelassene Raucherentwöhnungsmittel" ist übrigens nicht ohne "Geschmäckle", erhöht bspw. Champix doch Aggressivität und sogar Suizidrisiko, und ist mW US-amerikanischen Piloten untersagt. Oder: "Nicorette Spray" (Hersteller: Johnson & Johnson; s.a. S. Glantz) enthält VÖLLIG IDENTISCHE Inhaltsstoffe (PG, VG, Nik., Aromen) wie die hier verteufelten ENDS (Electronic Nicotine Delivery System). Bemerkenswert: zweierlei Maß.
_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Referenzen (Zugriff 18.12.2019)
(1a) https://www.facebook.com/Belidampft
(1b) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/SW/e-zigaretten?nid=108252
(2) https://www.ajpmonline.org/article/S0749-3797(19)30391-5/pdf
(3) https://www1.wdr.de/nachrichten/studie-e-zigaretten-tabak-100.html
siehe auch/zit bei https://www.vapers.guru/2019/12/17/e-zigarette-schaedlich-wie-tabak-offener-brief-an-die-tagesschau/
(4) https://www.clivebates.com/vaping-risk-compared-to-smoking-challenging-false-dangerous-claim-by-stanton-glantz/?fbclid=IwAR0nrV_r1qCAAgSrWE5pW972L-V11oCHN6MUV1GgMT7B9P7pnPGmreUGukE#C7,
zit. bei (1)
(5) https://www.nature.com/articles/s41598-017-14043-2
(6) http://www.ecigarette-research.org/research/index.php/whats-new/2019/273-heartdis
(7) http://www.onlinejacc.org/content/74/25/3112
LNS

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