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Ausland

Trotz Rückgang des Tabakkonsums steigt Zahl der männlichen Raucher weiter

Donnerstag, 19. Dezember 2019

/methaphum, stockadobecom

Genf – Weltweit nimmt die Zahl der Männer, die Tabakprodukte nutzen, leicht ab. Dieser Rückgang ist aber auf die zurückgehende Verwendung vor allem von Schnupf- und Kau­tabak zurückzuführen. Das Rauchen nimmt global gesehen weiter zu, allerdings nur bei Männern. Das geht aus einem neuen Bericht der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO zum weltweiten Tabakkonsum hervor.

Trotz der steigenden Raucherzahlen bei Männern sieht die WHO eine Trendwende: „Der Rückgang des Tabakkonsums bei Männern markiert einen Wendepunkt im Kampf gegen den Tabak“, sagte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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„Seit vielen Jahren haben wir einen stetigen Anstieg der Zahl der Männer beobachtet, die tödliche Tabakprodukte konsumieren. Aber jetzt sehen wir zum ersten Mal einen Rück­­gang des männlichen Konsums, der durch die härtere Gangart der Regierungen gegen­über der Tabakindustrie angetrieben wird“, so Tedros. Die WHO wird weiterhin eng mit den Ländern zusammenarbeiten, um diesen Abwärtstrend aufrechtzuerhalten

Obwohl vier von fünf Tabaknutzern Männer sind, war der Rückgang der Tabaknutzer ins­gesamt bislang darauf zurückzuführen, dass Frauen das Rauchen oder anderen Genuss von Tabak aufgegeben haben.

Rückgang nimmt zu

Die Zahl der weiblichen Tabaknutzer sank Schätzungen zu­folge von 2000 bis 2018 um rund 100 Millionen, während die Zahl der männlichen Ta­bak­nutzer um rund 40 Millionen stieg. Dieser Trend bei Männern hat sich nun geändert, so die WHO.

Die Organisation geht davon aus, dass im kommenden Jahr zwei Millionen weniger Männer Tabak nutzen als 2018, im Jahr 2025 sogar sechs Millionen weniger.

Die Frauen werden den Männern in der Abkehr von der Nikotinsucht laut WHO aber wei­ter voraus sein: 2020 dürften neun Millionen weniger Frauen Tabak nutzen als 2018, bis 2025 sollen es sogar 32 Millionen weniger sein als 2018.

Betrachtet man die Männer genauer, gibt es aber verschiedene Trends: Der Konsum von rauchfreien Tabakprodukten, dazu gehören Schnupf- und Kautabak, sei stark zurückge­gangen, sagte Alison Commar, eine der Autorinnen des Berichts.

Gleichzeitig steigt laut dem Bericht die Zahl der männlichen Raucher nach wie vor, eine Untergruppe der Tabaknutzer. Sie soll den WHO-Schätzungen zufolge von 915 Millionen im Jahr 2018 auf 917 Millionen im Jahr 2020 steigen. Im Jahr 2025 könnten es dann 920 Millionen sein.

Die Zahl der rauchenden Frauen ist hingegen rückläufig und soll den Schätzungen zufol­ge von 156 Millionen im Jahr 2018 auf 138 Millionen im Jahr 2025 sinken. Die Gesamt­zahl aller Raucher bleibt bis mindestens 2025 laut WHO bei knapp 1,1 Milliarden.

Nach WHO-Angaben sterben jedes Jahr acht Millionen Menschen durch Tabakkonsum, davon etwa 1,2 Millionen, die gar nicht selbst rauchen, sondern mit Rauchern zusammen leben oder arbeiten. Das Ziel, den Anteil der Tabaknutzer weltweit bis 2025 um 30 Pro­zent unter das Niveau von 2010 zu senken, dürfte verfehlt werden, warnt die WHO. © dpa/aerzteblatt.de

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