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Politik

Pflegeberufereform: Junge Menschen sind willkommen

Donnerstag, 19. Dezember 2019

/dpa

Kiel – Die im neuen Jahr in Kraft tretende Pflegeberufereform ist nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg (FDP) ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Pflegekräftemangel. Bundesweit sei damit Schulgeld in der Altenpflege end­gültig vom Tisch, sagte Garg heute in Kiel.

In der generalistischen Pflegeausbildung gebe es künftig zudem eine Ausbildungsvergü­tung. „Die Botschaft des heutigen Tages lautet: „Junge Menschen in der Pflege sind will­kommen“, sagte Garg.

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Nach Angaben des Sozialministeriums wird es allein in Schleswig-Holstein bis 2030 ei­nen Mehrbedarf von 15.000 Pflegekräften geben. Die Umsetzung der bundesweit starten­den Pflegeberufereform war laut Garg ein Kraftakt, vom organisatorischen Aufwand ver­gleichbar mit der Kita-Reform. Neun Gesetze oder Verordnungen seien geschaffen oder geändert worden.

Mit der Reform entsteht ein neues Berufsbild, da die bisherigen Berufe Altenpflege, Ge­sundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammen­ge­führt werden. Damit geht eine neue Ausbildung einher. Der erste neue Ausbildungs­gang wird am 1. Februar 2020 beginnen.

„Eine zusätzliche Qualitätssteigerung soll durch die Modernisierung der Ausbildungs­in­halte, eine bessere Ausstattung der Pflegeschulen sowie mehr Praxisanleitung im Betrieb erreicht werden“, sagte Garg.

Dazu sei für die Ausbildung eine einheitliche Finanzierung mit Umlageverfahren festge­legt worden. Für 2020 werden rund 40 Millionen Euro benötigt. An dem dafür aufgeleg­ten Fonds sind alle bisherigen Kostenträger beteiligt. Stationäre und ambulante Pflege­einrichtungen steuern rund 12 Millionen Euro bei, Krankenhäuser etwa 23 Millionen, die Pflegeversicherungen 1,4 Millionen und das Land ungefähr 3,5 Millionen Euro.

Das Umlageverfahren soll gewährleisten, dass alle Einrichtungen in gleichem Maße zur Finanzierung beitragen – unabhängig davon, ob sie ausbilden oder nicht. „Damit wird es auch für kleinere Einrichtungen attraktiver, auszubilden und sich als guter Arbeitgeber von Anfang an zu positionieren“, erläuterte Garg.

Nach Angaben des Ministeriums ist die bisherige Resonanz sehr positiv. Es gebe bereits 2.500 gemeldete Ausbildungsplätze, deutlich mehr als bisher, hieß es. Der erste neue Ausbildungsgang wird am 1. Februar 2020 beginnen.

Die künftigen Pflegefachkräfte – so die einheitliche neue Bezeichnung – werden so ausgebildet, dass sie in der Akutpflege ebenso eingesetzt werden können wie in der Kinderpflege, in der Langzeitpflege und in der psychiatrischen Versorgung.

Die SPD-Fraktion sieht weiteren Handlungsbedarf. In einer alternden Gesellschaft müsse die Stärkung der Pflegeberufe ganz oben auf die politische Agenda, sagte die SPD-Pfle­geexpertin Birte Pauls. Neben den Pflegefachkräften hätten auch die Pflegehelferberufe bessere Bedingungen verdient.

„Was Jamaika in diesem Bereich anbietet, ist eine Schmalspur-Sackgassenausbildung.“ Die SPD forderte die Landesregierung auf, auch die Helfer- und Assistenzausbildungen im Pflegebereich hin zu einer generalistischen Gesundheits- und Pflegeassistenzausbildung zu reformieren. © dpa/aerzteblatt.de

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