NewsMedizinNach Selbstverletzung enge Betreuung der Patienten nötig
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Nach Selbstverletzung enge Betreuung der Patienten nötig

Montag, 23. Dezember 2019

Junge Frau verletzt sich selbst. /picture alliance
/picture alliance

Oxford – Bei Selbstverletzungen ist das Suizidrisiko nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sehr hoch. Eine engmaschige Betreuung ist daher für alle Patienten erforderlich. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität Oxford um Galit Geulayov in der Zeitschrift Lancet Psychiatry (2019; doi: 10.1016/S2215-0366(19)30402-X).

Die Forscher berichten darin von ihrer Beobachtungsstudie, die sich über 16 Jahre erstreckt und fast 50.000 Menschen aus 5 englischen Krankenhäusern umfasst.
Etwa die Hälfte der Menschen, die durch Suizid sterben, haben laut den Autoren eine Vorgeschichte von Selbstverletzungen, wobei die Krankenhauspräsentation von Selbstverletzungen oft kurz vor dem Suizid stattfand.

Die Studie umfasste 49.783 Personen im Alter von über 15 Jahren, die zwischen den Jahren 2000 und 2013 insgesamt 90.614 Mal nach einer nicht tödlichen Selbstverletzung ins Krankenhaus kamen. Die Autoren verfolgten diese Patienten 16 Jahre lang.

Innerhalb dieser Zeit starben 703 von 49.783 Menschen an Suizid. Rund 1/3 dieser Todesfälle ereignete sich innerhalb eines Jahres nach einem Kranken­haus­auf­enthalt wegen nicht tödlicher Selbstbeschädigung (36 %, 252 von 703 Todesfällen).

Die Studie bestätigte das hohe Selbstmordrisiko im 1. Jahr nach der Vorstellung im Krankenhaus wegen Selbstbeschädigung: Die Häufigkeit eines Suizids im Jahr nach der Entlassung aus dem Krankenhaus lag bei 511 pro 100.000 Menschen und Jahr. Dies ist laut den Autoren 55,5 mal höher als in der Allgemeinbevölkerung.

Die Autoren fanden heraus, dass das Risiko im ersten Monat besonders hoch war: Die Selbstmordrate im Monat nach der Entlassung aus dem Krankenhaus lag bei 1.787 pro 100.000 Menschen pro Jahr. Dies ist laut den Forschern fast 200 mal höher als in der Allgemeinbevölkerung.

„Der Höhepunkt des Selbstmordrisikos, der unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus folgt, unterstreicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen und wirksamen Nachsorge“, lautet das Fazit der Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

11. März 2020
Wiesbaden – Hessens forensische Kliniken, in denen psychisch kranke oder süchtige Straftäter untergebracht werden, sind in den vergangenen Jahren voller geworden. Seit 2016 steigen die
Mehr kranke Straftäter in Kliniken untergebracht
14. Februar 2020
Berlin – Ein „Plattform-Modell zur Bemessung der Personalausstattung in der Psychiatrie“ ist gestern Abend bei einem Fachsymposium mit Experten und Gesundheitspolitikern diskutiert worden. Entwickelt
Verbände stellen Konzept zur Personalbemessung in der Psychiatrie und Psychosomatik vor
6. Februar 2020
Kopenhagen – Suizide wurden bisher vor allem mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2020; 323: 444-454) zeigt
Neurologische Erkrankungen erhöhen Suizidrisiko
30. Januar 2020
Berlin – Der Gebrauch digitaler Medien ist aus dem Leben, auch von Kindern und Jugendlichen, nicht mehr wegzudenken. Sie bieten durch den Zugang zu Informationen und die Möglichkeit des breiten
Kinder- und Jugendpsychiater warnen vor medienbezogenen Störungen
10. Januar 2020
Berlin – Eine Petition für ausreichend Personal in der Psychiatrie hat das notwendige Quorum von 50.000 Unterschriften überschritten. Der Bundestag muss sich nun erneut mit dem Thema
Petition für mehr Personal in der Psychiatrie erfolgreich
9. Januar 2020
Atlanta – Eine Erhöhung des Mindestlohns um einen US-Dollar könnte in den USA die Suizidrate bei Menschen mit geringer Schulbildung um 3,5 % bis 6 % senken, rechnen Forscher im Journal of Epidemiology
US-Studie: Höherer Mindestlohn könnte Suizidrate senken
18. Dezember 2019
Kiel – Das Landeskabinett von Schleswig-Holstein hat gestern dem von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Heiner Garg (FDP) eingebrachten Gesetzentwurf zur Hilfe und Unterbringung von Menschen mit Hilfebedarf infolge
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER