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Psychiater fahren am schnellsten, Kardiologen am luxuriösesten

Montag, 23. Dezember 2019

Blitzer auf einer Landstaße /Brian Jackson, stock.adobe.com
/Brian Jackson, stock.adobe.com

Boston – Extreme Geschwindigkeitsübertretungen sind bei Psychiatern signifikant häufiger als bei Fachärzten anderer Disziplinen. Und unter Ärzten, die wegen überhöhter Geschwindigkeit ein Knöllchen erhalten, sind es die Kardiologen, die am häufigsten Luxusautos fahren. Mit diesen Ergebnissen einer US-Studie wartet in diesem Jahr die Weihnachtsausgabe des BMJ auf (2019; doi: 10.1136/bmj.l6354).

Berühmt-berüchtigt für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Studien, die mit einem Körnchen Salz interpretiert werden sollten, widmet sich das BMJ dieses Weihnachten dem Fahrverhalten von Fachärzten verschiedener Disziplinen.

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„Viele Menschen glauben, dass die Wahl gewisser medizinischer Fachgebiete mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen assoziiert ist“, erklären André Zimerman vom Department of Health Care Policy der Harvard Medical School, Boston, und seine Koautoren die Motivation für ihre Untersuchung. Einen möglichen Einfluss auf das Fahrverhalten verschiedener Facharztgruppen habe aber noch niemand untersucht.

Analysiert wurden 5.372 Fachärzte, die zwischen 2004 und 2017 im US-Bundesstaat Florida 14.560 Knöllchen erhielten. Als Kontrolle dienten 19.639 Autofahrer, die in diesem Zeitraum 63.382 Knöllchen erhielten, aber keine Ärzte waren.

Um eines vorweg zu nehmen: Ärzte machten sich nicht häufiger extremer Geschwindig­keitsübertretungen (≥ 32 km/h mehr als erlaubt) schuldig als Nicht-Ärzte (26,4% versus 26,8% der Knöllchen). Und nicht ganz unerwartet waren es vor allem männliche und junge Ärzte, die ein Knöllchen wegen extremer Geschwindigkeitsübertretungen bekamen.

Psychiater haben es am eiligsten

Innerhalb der medizinischen Fachdisziplinen waren die Raten an extremen Geschwindigkeitsübertretungen größtenteils vergleichbar. Mit einer Ausnahme: Psychiater erhielten mit einer signifikant höheren Wahrschein­lichkeit ein Knöllchen wegen extremer Geschwindigkeitsübertretung als zum Beispiel Anästhesiologen (34% versus 26%; adjustierte Odds Ratio 1,51 [95%-KI 1,07-2,14]).

Kardiologen bevorzugen Luxuskarossen

Unter den Ärzten, die im Untersuchungszeitraum ein Knöllchen erhielten, war der Besitz eines Luxusautos bei den Kardiologen am häufigsten (40,9%). Am seltensten fuhren Notfallmediziner, Allgemeinmediziner, Kinderärzte, Allgemeinchirurgen und Psychiater einen Wagen der Luxusklasse. Definiert als Luxusautos waren für die Studie Acura, Audi, BMW, Cadillac, Ferrari, Infiniti, Jaguar, Land Rover, Lexus, Lotus, Maserati, Mercedes, Porsche, Tesla und Volvo. Welche Modelle berücksichtigt wurden, bleibt jedoch unklar.

Polizisten zeigen keine Nachsicht mit Ärzten

Die Wissenschaftler um Zimerman untersuchten auch, ob sich Polizisten gegenüber ärztlichen Verkehrssündern möglicherweise nachsichtiger verhalten, das war nicht der Fall. Ein Herabsetzen der gemessenen Geschwindigkeit unter die Schwelle zum nächsthöheren Bußgeld war häufig, aber die Raten unterschieden sich weder zwischen Ärzten und Nicht-Ärzten noch zwischen den medizinischen Disziplinen.

Eine interaktive grafische Darstellung der Studienergebnisse auf der Internetseite des BMJ ermöglicht es mit einem Klick zu erfahren, welche Fachgruppen am schnellsten fahren, die häufigsten (extremen) Geschwindigkeitsübertretungen haben oder am ehesten Luxuskarossen fahren. Unklar bleibe, so das Fazit der Autoren, „der Zusammenhang zwischen dem Fahrverhalten der Ärzte und Patienten-Outcomes“. © nec/aerzteblatt.de

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Avatar #70385
Salzer
am Montag, 23. Dezember 2019, 18:15

Schlussfolgerung

Heißt das jetzt, dass 112-Dispatcher seltener einen Richter als einen Psychiater zu Notfällen beordern oder dass Anästhesisten bei der Anreise zu Epileptikern seltener auf Blaulicht verzichten als Nutzer höherwertiger Autos?
LNS

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