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Medizin

Lametta und Weihnachtslieder helfen Demenzkranken

Montag, 23. Dezember 2019

/picture alliance / Bildagentur-online/Tetra Images

London - Für die etwa 1,7 Millionen Demenzkranken in Deutschland und ihre Familien sind Weihnachten und Neujahr eine schwierige Zeit. Für die Patienten entfallen über die Weihnachtszeit tägliche Routinen, die ihnen Halt geben und die kurzen Tage verschärfen die Schlafstörungen. Für die Angehörigen ist Weihnachten mit Erinnerungen an bessere Zeiten verbunden. Die britische Alzheimer’s Society gibt einige Ratschläge, wie Angehörige den Demenzkranken die Zeit zwischen den Jahren erleichtern können.

In Pflegeheimen wird die Betreuung von Demenzkranken durch die notwendige Urlaubsplanung erschwert. Patienten, die zuhause leben, spüren die Unruhe, die sich in der Vorweihnachtszeit ausbreitet. Heime und Familien sollten sich bemühen, die Veränderungen so gering wie möglich zu halten, rät die Alzheimer’s Society. Am besten sei es, frühzeitig einen Fahrplan für die Weihnachtszeit aufzustellen. Familien sollten Freunde und Nachbarn um Hilfe bitten, wenn es einmal eng werde. Falls zu Weihnachten viele Gäste erwartet werden, sei es hilfreich, einen Ruheort einzuplanen, damit sich die Demenzkranken zwischenzeitig zur Erholung zurückziehen können.

Die Demenzerkrankung von Angehörigen hat zur Folge, dass lange Familientraditionen nicht fortgesetzt werden können und der Ablauf des Weihnachtsfestes neu geplant werden muss. Trotz der zunehmenden Gedächtnisstörungen kann es nach Ansicht der Alzheimer’s Society hilfreich sein, sich zusammen mit dem Demenzkranken alte Fotos und Videos anzuschauen, um die Vergangenheit noch einmal aufleben zu lassen. Zu den Optionen, die positive Gefühle bei Demenzkranken hervorrufen, könnten Duftkerzen, traditionelle Weihnachtslieder und auch ein mit Lametta geschmückter Weihnachtsbaum gehören, auch wenn der Rest der Familie inzwischen andere Vorlieben hat.

Die Alzheimer’s Society empfiehlt den Angehörigen, sich gemeinsam mit den Patienten alte Familienfotos oder -videos anzusehen, die häufig emotionale Erinnerungen wecken. Auch Weihnachtslieder und Filme, die die Patienten sich früher gerne angesehen haben, könnten angenehme Gespräche über die Vergangenheit ermöglichen. Spaziergänge würden häufig helfen, die Unruhe der Patienten zu lindern und eine Agitiertheit abzumildern.

Viele Demenzkranke leiden darunter, dass sie nicht mehr wie in der Vergangenheit ihre Familie bekochen können. Auch die Nahrungsaufnahme fällt ihnen zunehmend schwerer. Falls die Demenzkranken weiter Interesse am Kochen haben, sollte man sie in der Küche einbeziehen und sie mit Hilfstätigkeiten beschäftigen. Diese sollten jedoch nicht zu schwierig sein und die Demenzkranken nicht ermüden.

Der Esstisch sollte möglichst einfach gestaltet sein. Muster und Dekorationen verwirren viele Demenzkranke. Die Alzheimer’s Society rät zu einem einfarbigen Tischtuch und verschiedenfarbigen Tellern, die sich klar vom Untergrund unterscheiden. Dies schaffe einen Kontrast, der den Patienten die Nahrungsaufnahme erleichtere. Die Portionen sollten nicht zu groß sein, da die meisten Demenzkranken nur noch wenig essen. Ein zu voller Teller könne sie schnell entmutigen.

Den Heimen rät die Alzheimer’s Society, die Räume zur Weihnachtszeit sparsam zu dekorieren. Für viele Demenzkranke käme die Weihnachtszeit überraschend, da sie das Gefühl für die Jahreszeiten verloren hätten. Allzu große Veränderungen würden die Patienten eher stressen. Auch die Angehörigen sollten sich nicht zu einer festlichen Stimmung zwingen, wenn ihnen nicht danach ist. Der Besuch der Angehörigen im Heim sei keine Zeit für Schuldgefühle.

© rme/aerzteblatt.de

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