NewsVermischtesHantavirus­infektionen vor allem entlang der Schwäbischen Alb stark gestiegen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Hantavirus­infektionen vor allem entlang der Schwäbischen Alb stark gestiegen

Freitag, 3. Januar 2020

3D Illustration eines Hantavirus /gaetan stock.adobe.com
3D Illustration eines Hantavirus /gaetan stock.adobe.com

Stuttgart – Die Zahl der Erkrankungen durch das Hantavirus ist im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg erneut explosionsartig gestiegen. Dem Landesgesundheitsamt (LGA) wurden im Jahr 2018 nur 65 Fälle übermittelt. Im vergangenen Jahr waren es hingegen 832 Erkrankungen. Auch in den Jahren 2017 und 2015 hatte es Ausbrüche in ähnlicher Größe gegeben, wie die Gesundheitsbehörde heute in Stuttgart mitteilte.

Das Virus wird durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Die Erkrankungszahlen schwanken von Jahr zu Jahr, weil die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung mit der Dichte an infizierten Rötelmäusen, den Überträgern des Virus, zusammenhängt. Insbesondere in Buchen-Mastjahren bekommen die Mauspopulationen durch das große Futterangebot einen Schub. Da die Masse der Buchen- und Eichenfrüchte durch das Trockenjahr 2018 groß gewesen sei, hätten die Nager als Überträger ordentlich zu fressen gehabt, erklärte das LGA.

Anzeige

Die meisten Erkrankungen traten in Baden-Württemberg entlang der Schwäbischen Alb auf. Teile Oberschwabens, das Rheintal und der Südschwarzwald waren seltener oder kaum betroffen.

Für 2020 wird wieder ein niedriges Infektionsrisiko erwartet

Für das laufende Jahr gab das Gesundheitsamt dagegen Entwarnung: „Im Herbst 2019 war der Fruchtertrag bei Buchen und Eichen in Baden-Württemberg sehr gering und die Nahrungsbedingungen somit eher schlecht“, sagte LGA-Leiterin Karlin Stark. Daher sei mit einem niedrigen Infektionsrisiko zu rechnen.

In Deutschland gilt das Einatmen von zu Staub zerfallenem Kot von Rötelmäusen (auch Waldwühlmaus) als Haupt-Infektionsquelle für das Hantavirus. Aber auch mit deren Speichel oder Urin wird das Virus ausgeschieden.

Hierzulande rufen Infektionen mit dem Hantavirus meist Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen hervor: hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, zudem Übelkeit oder Erbrechen. Auch die Nieren können beeinträchtigt werden, bis hin zu akutem Nierenversagen. Nur die Symptome können behandelt werden, eine Impfung gibt es nicht. In anderen Regionen vorkommende Typen des Virus können schwerwiegendere Erkrankungen auslösen. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. Januar 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat vor Verschwörungstheorien rund um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) gewarnt. Gerade in sozialen Medien seien viele mit ganz
Spahn warnt vor Fakenews wegen Coronavirus
29. Januar 2020
Peking/München – Trotz drastischer Maßnahmen steigt in China die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit weiter deutlich an. Innerhalb eines Tages bis heute kletterte sie dort um 1.459
Notfallmediziner hinterfragen ambulantes Management bei milden 2019-nCoV-Infektionen
29. Januar 2020
Ho-Chi-Minh-Stadt – Die Inkubationszeit der Coronavirus 2019-nCoV ist offenbar kürzer als bisher angenommen. Mediziner berichten im New England Journal of Medicine (2020; doi: 10.1056/NEJMc2001272)
2019-nCoV kann in weniger als drei Tagen zur Erkrankung führen
29. Januar 2020
Njala/Sierra Leone – Der Nilflughund (Rousettus aegyptiacus), eine von Afrika über den Nahen Osten bis nach Indien verbreitete Flughundart, ist das wichtigste natürliche Reservoir für das
Reservoir des Marburg-Virus in Westafrika entdeckt
28. Januar 2020
München – In Deutschland gibt es den ersten Fall einer 2019-nCoV-Infektion. Dies hat gestern Abend das bayerische Ge­sund­heits­mi­nis­terium bestätigt. Ein 33 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Landsberg
Bundesweit erster Fall von 2019-nCoV bestätigt
28. Januar 2020
Genf – Mit den ersten Berichten über eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung außerhalb von China sinken die Chancen, dass die Epidemie in absehbarer Zeit gestoppt werden kann. Entscheidend für den weiteren
2019-nCoV: Wie hoch ist die Basisreproduktionszahl R0?
28. Januar 2020
Bad Homburg – Der Gesundheitskonzern Fresenius hat wegen des Coronavirus in China Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Vertriebsmitarbeitern der Flüssigmedizinsparte Kabi in der Region Wuhan habe man
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER