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Medizin

Leitlinie: Schnelle Diagnose und Transport ins Herzzentrum bei fulminanter Myokarditis häufig lebensrettend

Dienstag, 7. Januar 2020

Eine fulminante Myokarditis beginnt mit schwerer Atemnot, gefolgt von Brustschmerzen und Arrhythmien oder einem Herzblock. /Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Rochester/Minnesota – Wenn jüngere, oft sportliche Menschen ohne kardiale Vorerkrankung ein akutes Herzversagen erleiden, kann eine fulminante Myokarditis die Ursache sein. Die American Heart Association hat in Circulation (2019; DOI: 10.1161/CIR.0000000000000745) eine Leitlinie zur Diagnose und Therapie der insgesamt seltenen Erkrankung heraus­gegeben, die jedoch bei Kindern und jungen Erwachsenen zu den häufigsten Ursachen für einen plötzlichen Herztod gehört.

Eine fulminante Myokarditis hat meist infektiöse Ursachen. In der Regel sind Viren für die schwere Entzündung des Herzmuskels verantwortlich, die vorübergehend zu einer akuten Herzinsuffizienz führt. Seltener sind Infektionen durch andere Krankheitserreger, toxische Reaktionen (etwa auf Checkpoint-Inhibitoren) oder eine Autoimmunerkrankung.

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Die Erkrankung beginnt mit schwerer Atemnot, gefolgt von Brustschmerzen und Arrhythmien wie Vorhofflimmern, ventrikulärer Tachykardie oder einem Herzblock. Früher starben die Patienten häufig, bevor die Ärzte die Diagnose stellen konnten. Die Myokarditis wurde in der Regel erst bei der Autopsie erkannt.

Inzwischen gibt es Behandlungsoptionen, mit denen die Herzinsuffizienz, die bei einer Virusinfektion häufiger vorübergehender Natur ist, überbrückt werden kann. Dazu gehören Herz-Lungen-Maschine, linksventrikuläre Unterstützungssysteme (LVAD) oder auch eine Herztransplantation. Auf letztere kann häufig verzichtet werden, wenn sich die Herzfunktion nach dem Abklingen des Infekts wieder vollständig erholt.

Ein Team um Leslie Cooper von der Mayo Clinic in Rochester hat für die American Heart Association und für die Myocarditis Foundation, eine private Stiftung, eine Leitlinie („scientific statement“) erarbeitet, die eine rasche Diagnose ermöglichen und Fehler in der Behandlung verhindern soll.

Voraussetzung für ein Überleben ist, dass die Patienten rechtzeitig ein Herzzentrum erreichen, wo die diagnostischen Möglichkeiten (mit Herzkatheter und eventuell Herzmuskelbiopsie) und die technischen Ressourcen (LAVD) zur Verfügung stehen und Kardiologen tätig sind, die Fehler in der Behandlung der Patienten vermeiden. Ein häufiger Fehler besteht laut Cooper darin, dass die Patienten zur Verlangsamung einer Sinustachykardie mit negativ-inotropen Substanzen behandelt werden. Nachteilig könne auch eine Volumentherapie zur Stabilisierung der Blutdrucks oder die Gabe von nicht-steroidalen Antiphlogistika sein, die durch eine Natriumretention Herz- und Nierenfunktion verschlechtern können. © rme/aerzteblatt.de

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