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Ärzteschaft

Notdienstnummer in Niedersachsen überlastet

Montag, 6. Januar 2020

/dpa

Hannover – Am Wochenende war die Telefonnummer 116117 in Niedersachsen überlastet. „Die Wartezeiten in der Telefonschleife lagen teilweise bei 30 Minuten. Zeitweise waren die Telefonleitungen überlastet und brachen zusammen“, teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes mit.

Der Grund für die Überlastung ist laut der KV der Serviceausbau der 116117: Seit dem 2. Januar ist die kostenlose Nummer täglich rund um die Uhr erreichbar und gilt nicht mehr nur für den ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxisöffnungszeiten, sondern auch für die Terminservicestelle der KV. Außerdem wird über die Nummer mithilfe einer speziellen Software eine qualifizierte Ersteinschätzung durchgeführt, über die die Anrufer in die geeignete medizinische Versorgungsebene geführt werden.

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„Die Umstellung hat zu einem massiven Anrufaufkommen beim Dienstleister der KV für die 116117 geführt“, hieß es aus der KV. Zusätzlich sei es zu Problemen bei der Weiterleitung von angenommenen Fällen an den Fahrdienst für Hausbesuche des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes gekommen. Außerdem habe die neue medizinische Ersteinschätzung am Telefon länger gedauert als ursprünglich angenommen.

Die KV versprach, die Probleme so schnell als möglich abzustellen. Dazu werde mehr Personal für die eingehenden Anrufe eingesetzt. Zudem würden Anrufer teilweise auf regionale Leitstellen umgeleitet, die in der Vergangenheit bereits für die KV tätig waren.

„Die KVN bittet um Verständnis dafür, dass zum Start des neuen Angebots und in der Zeit danach nicht gleich alles reibungslos funktioniert. Aufgrund der engen gesetzlichen Zeitvorgaben gab es keine Möglichkeit, das neue Serviceangebot zu testen. Die Zusammenarbeit zwischen der neuen Leitstelle und den Ärzten sowie Psychotherapeuten mit dem neuen Vermittlungssystem muss sich erst einmal einspielen“, betonte der KV-Vorstandsvorsitzende, Mark Barjenbruch. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #109
Claas Hüttenrauch
am Dienstag, 7. Januar 2020, 15:52

Helikopter-Medizin

KV'en & Kassen als Hubschrauber-Piloten im Auftrag des Allgemeinwohl unterwegs - verlieren sich im Nebel des Sozialstaatsgeländes und finden mit teuersten GPS-Navi-Hilfen nicht aus dem Gelände der Gutmenschen heraus. Wie weit soll, kann, darf Service-Medizin im Geltungsbereich des SGB-V eigentlich gehen? Ein unmässiger Sozialstaat hält sich mit seinen mittelbaren Behörden nicht mal an eigene Gesetzesvorgaben des Paragraphen 12 SGB-V (WANZ-Paragraph). Kein Wunder, wenn die Sozialpolitik immer mehr irrlichtert, da die Nachfragseite ungebremst kostenfrei begrenzte Personal-Ressourcen und Beitrags-Geldmittel verbrennt. Man wird der Pandora-Büchse nicht mehr Herr. Im Körperschafts-System struktureller Verantwortungslosigkeiten braucht das die Entscheider auch nicht zu scheren, gilt doch das Wirk-Prinzip von Trial & Order für die Entscheider. 2020 fängt ja gut an, Missstände, die fröhliche Urständ feiern. Die nächsten Planungs-Desaster werde nicht lange warten... Wetten?!
Avatar #88767
fjmvw
am Montag, 6. Januar 2020, 20:12

KV-Fürsten merken keinerlei Einschläge mehr!

Die KV hat erst zu sehr hohen Kostne Kapazitäten in den TSS (auf Kosten der Niedergelassenen) bereitgestellt. Dieses Angebot wurde kaum angenommen. Dann haben KV und Politik dafür gesorgt, dass die Inanspruchnahme deutlich zunahm (Ausweitung der Zeiten plus Zusammenlegung mit der Notrufnummer). Um der erwarteten höheren Inanspruchnahme gerecht zu werden, wurde schon vorab mehr Personal bereitgestellt. Natürlich von den Ärzten bezahlt.
Jetzt reicht die Kapazität erneut nicht aus. Also werden noch mehr Ressourcen bereitgestellt - auf Kosten der Ärzteschaft.

Unterm Strich sind die Kosten für die Ärzte drastisch gestiegen, die KV schert es nicht. Was ist das für eine Versagertruppe an der Spitze des KV-Systems, die das Geld der Ärzte mit beiden Händen zum Fenster rauswirft, ohne sich um eine ausreichende Refinanzierung zu kümmern?
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