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Medizin

Veränderte Gestik kann auf Gehirnerschütterung beim Sport hinweisen

Mittwoch, 8. Januar 2020

Athleten mit einer Gehirnerschütterung verbrachten laut den Forschern deutlich mehr Zeit mit Handbewegungen im Raum. /peterschreiber.media stock.adobe.com

Köln – Kommt es im Sport beim Training oder Wettkampf zu einem Unfall, kann die Gestik der betroffenen Athleten auf eine Gehirnerschütterung hinweisen. Das berichten Wissenschaftler um Ingo Helmich von der Abteilung Neurologie, Psychosomatik und Psychiatrie des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln im Journal of Science and Medicine in Sport (doi 10.1016/j.jsams.2019.11.013).

Beim Sport, insbesondere bei Kontaktsportarten wie American Football, Eishockey oder Fußball, kommt es häufig zu Gehirnerschütterungen. Passiert ein solcher Unfall bei Wettkampf oder Training, ist die Diagnose der Verletzung nicht immer einfach. Die Wissenschaftler bezogen 40 Sportler in ihre Studie ein. Sie analysierten die auf Video aufgenommenen Handbewegungen und Gesten während eines standardisierten Beurteilungsprotokolls für Gehirnerschütterungen.

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Athleten mit einer Gehirnerschütterung verbrachten laut den Forschern deutlich mehr Zeit mit Handbewegungen im Raum. Die Forscher sprechen von „Bewegungen, die im körper­äußeren Freiraum agieren, ohne etwas zu berühren“. Es handle sich dabei um Gesten zur Darstellung der Bewegungsqualität, sogenannte Motion Quality Presentation Gestures. Diese Gesten lieferten Informationen zu den motorisch-sensorischen Erfahrungen eines Athleten.

„Im Hinblick auf das nonverbale Verhalten beziehungsweise Gesten konnte die Studie eindeutige Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Gehirnerschütterung nachweisen. Im Sinne einer verbesserten Diagnostik können Gesten als Verhaltensmarker von sportbedingten Gehirnerschütterungen eingesetzt werden“, berichten die Wissenschaftler.

Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass die retrospektive Querschnittsstudie mit 40 Athleten, die in drei Gruppen gematched waren, klein ist. © hil/aerzteblatt.de

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