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Politik

Plasmaversorgung in Deutschland laut Bundesregierung gesichert

Dienstag, 7. Januar 2020

/dpa

Berlin – Die Versorgung mit Blutplasma und daraus gewonnenen Produkten ist in Deutsch­land nach Ansicht der Bundesregierung gesichert. Deutschland sei in der Lage, den Bedarf an Blutplasma weitgehend mit eigenen Spenden zu decken, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag.

Laut den Fragestellern stammen gegenwärtig allerdings 68 Prozent des in Deutschland genutzten Plasmas aus den USA. „Während nach offiziellen Angaben der Plasma Protein Therapeu­tics Association im Jahr 2018 in Deutschland rund 3,2 Millionen Liter gespendet wurden, waren es in den USA rund 41 Millionen Liter, von denen allein rund 6 Millionen Liter nach Deutschland exportiert wurden. Gleichzeitig zeichnet sich ein Rückgang der Spen­den in Deutschland ab“, schreiben die Abgeordneten in ihrer Kleinen Anfrage. Das halten sie für problematisch.

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Die Bundesregierung betont hingegen, dass die Mengen von in Deutschland gespende­tem Plasma zur Fraktionierung mit circa drei Millionen Litern genauso wie die Mengen an in Deutschland fraktioniertem Plasma mit circa zwei Millionen Litern in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben seien. Im Zeitraum von 2009 bis 2018 habe jedes Jahr ein Überschuss von rund 500.000 bis eine Million Litern Plasma zur Fraktionierung bestanden, so die Regierung.

Die FDP kritisiert, dass sich die Bundesregierung um die Versorgungslage mit Spender­plas­ma „offensichtlich keinerlei Sorgen“ macht und nur auf Erhebungen das Paul-Ehrlich-Instituts verweist.

Der FDP zufolge hätten basierend auf denselben Daten sowohl Spen­dezentren als auch die Europäische Union vor einer sich manifestierenden Abhängigkeit der EU-Mitglied­staa­ten von Plasmaimporten aus den USA gewarnt. Das passe nicht mit der Ansicht der Bundesregierung zusammen.

„In einer für die Patientenversorgung so essenziellen Frage darf es nicht darauf an­kommen, die Sachlage mehr oder weniger wohlwollend zu interpretieren“, sagte Katrin Helling-Plahr, Berichterstatterin für das Thema Transfusionsmedizin der FDP-Bundes­tagsfraktion.

Die auf Plasmapräparate angewiesenen Patienten verdienten „größtmögliche politische Anstrengungen, um eine stabile Versorgungslage sicherzustellen – unabhängig von Ent­wicklungen jenseits des Atlantiks“. © hil/aerzteblatt.de

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