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Medizin

Darmkrebs-Risiko­patienten nehmen Vorsorge nur unzureichend in Anspruch

Mittwoch, 8. Januar 2020

/Juan Gärtner, stock.adobe.com

Heidelberg – Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland, die ein erhöhtes familiäres Risiko für Darmkrebs haben, nimmt die Möglichkeiten der risikoangepassten Früh­erkennung nicht wahr. Das berichten Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg im Fachmagazin Clinical Gastroenterology and Hepatology (doi 10.1016/j.cgh.2019.11.044).

Menschen, deren direkte Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind, haben selbst ein erhöhtes Darmkrebsrisiko und sollten daher bereits ab dem Alter von 40 Jahren mit der Vorsorge beginnen. Dies gilt laut der DKFZ-Arbeitsgruppe in Deutschland für etwa 1 von 10 Personen zwischen 40 und 54 Jahren.

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Die Forscher haben für ihre Studie 160.000 Menschen im Alter zwischen 40 und 54 Jahren aus Stuttgart, München und Dresden angeschrieben, 28.711 der Angeschriebenen beteiligten sich an der Befragung zu familiärem Darmkrebs und zur Teilnahme an der Darmkrebs-Vorsorge.

9,4 % der Befragten, also etwa jeder 10., gaben an, dass einer ihrer direkten Verwandten (Eltern oder Kinder) an Darmkrebs erkrankt war.

Einem großen Teil der Studienteilnehmer mit erhöhtem familiären Risiko war die Bedeutung eines früheren Starts der Vorsorge offenbar bekannt: Über die Hälfte (54,5 %) von ihnen hatte bereits eine Darmspiegelung wahrgenommen. Unter den Befragten ohne familiäre Vorbelastung war es nur 1/4.

„Anders herum betrachtet heißt das jedoch auch: Fast die Hälfte der Menschen mit erhöhtem familiären Risiko nützt die Chance eines früheren Starts der Vorsorge nicht“, erläutert Studienleiter Hermann Brenner vom DKFZ und vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg.

Korbinian Weigl, Erstautor der Arbeit, wies auf die wichtige Rolle von Hausärzten bei der Darmkrebsvorsorge hin. „Die Frage nach Darmkrebsfällen bei direkten Angehörigen ist eine sehr einfache und aussagekräftige Methode, um das persönliche Risiko abzuschätzen“, sagte er. © hil/aerzteblatt.de

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